Der deutsche Aktienmarkt scheint auf dem Weg in einen Crash auf Raten – dabei hat sich die fundamentale Situation der Welt seit Dezember gar nicht nennenswert verändert, sagt Martin Lück, Chief Investment Strategist (CIO) des Vermögensverwalters Blackrock. So sei nach wie vor zu erwarten, dass die chinesische Volkswirtschaft in diesem Jahr um rund sechs Prozent wachsen wird. Auch in den USA sollte sich die konjunkturelle Lage weiter festigen. Und die Zentralbanken in den USA und Europa dürften ebenfalls an ihrem bisherigen Kurs festhalten, erwartet Lück. 

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Dennoch seien Investoren durchaus nicht irrational, wenn sie in der gegenwärtigen Lage sensibel reagieren und damit für Kurskorrekturen an den globalen Aktienmärkten sorgen. "Es gibt genügend glaubwürdige Szenarien, in denen sich die Krisensymptome weiter zum perfekten Sturm zusammenbrauen", sagt Lück. Da sei etwa die Verbindung zwischen Ölpreis und ökonomischer Stabilität einiger Schwellenländer, wie zum Beispiel Russland, Saudi-Arabien oder Nigeria. "Anhaltend niedrige oder gar weiter fallende Ölpreise könnten Ländern wie diesen erheblich zusetzen", so Lück. 

Anleger gehen in Deckung
Es sei verständlich, wenn Anleger in Deckung gehen. Nun drohe ein Teufelskreis aus Pessimismus, fallenden Kursen, noch mehr Pessimismus, und so weiter. "Was es bräuchte, um aus diesem Teufelskreis auszubrechen, wären greifbare Belege dafür, dass es um die Weltwirtschaftlich nicht so schlecht bestellt ist wie befürchtet", so der Anlagestratege. Insofern werde es interessant sein zu beobachten, wie die Marktteilnehmer auf die heute Morgen veröffentlichten BIP-Zahlen aus China reagieren. (fp)