Im Januar kündigte Blackrock-Chef Larry Fink an, in Zukunft noch stärker auf ESG-Kriterien zu achten. Nun lässt der weltgrößte Vermögensverwalter Taten folgen: "Wir haben uns über 400 Unternehmen angeschaut, die besonders energieintensiv arbeiten. Davon haben wir 244 Konzerne angemahnt, weil sie aus unserer Sicht nicht genügend Fortschritte beim Klimawandel erreicht haben", sagte der Blackrock-Deutschlandchef Dirk Schmitz dem "Handelsblatt". Bei 53 Unternehmen hätte Blackrock zudem den Mitgliedern des Aufsichtsrats oder dem ganzen Gremium die Zustimmung verweigert.

Darunter waren auch dem "Handelsblatt" zufolge mehrere deutsche Konzerne. So seien die Aufsichtsräte von Daimler, Lufthansa und Uniper nicht entlastet worden, weil Blackrock mangelnde Fortschritte kritisierte, etwa bei der Offenlegung der Klimarisiken. Auch einem Aufsichtsratsmitglied von Heidelberg Cement verweigerte der Vermögensverwalter offenbar die Entlastung. Weltweit bekamen etwa der Energiekonzern Exxon und der Autohersteller Volvo die härtere Gangart der US-Amerikaner in Sachen Klimaschutz zu spüren.

Scharfes Schwert
Das Wort des Vermögensverwalters hat Gewicht, weil Blackrock in vielen Fällen der größte Aktionär börsennotierter Unternehmen ist, berichtet die Zeitung. Kritiker werfen dem Asset-Manager jedoch vor, als Anbieter von Indexprodukten nicht in der Lage zu sein, Anteile von Klimasündern zu verkaufen. Dirk Schmitz hält dagegen: "Als Reaktion auf Defizite im Klimaschutz muss man nicht gleich die Aktien verkaufen. Es kann schon ein scharfes Schwert sein, wenn wegen der Nichtentlastung des Aufsichtsrats die Abwahl der Aufseher droht", sagte der Manager dem "Handelsblatt". (fp)