Indexfonds und andere passive Papiere boomen: Seit 2003 haben ETFs ihren Marktanteil von unter fünf auf mehr als 40 Prozent ausgebaut. Die Analysten von Banque de Luxembourg Investments (BLI) sehen diesen Trend kritisch. Sie fürchten, dass die wachsende Beliebtheit von ETFs und das damit verbundenen Verschwinden von aktiven Managern in Krisenphasen dazu führt, dass das System kollabiert.

 

Der Grund: Durch die Verschiebung von Aktiv zu Passiv "gibt es immer weniger Akteure, die kaufen, wenn die Kurse fallen", schreiben die Analysten in ihrem aktuellen Marktbericht. Zugleich nimmt die Zahl jener Anleger zu, die zur selben Zeit verkaufen wollen. In Stressphasen steigt dadurch den Autoren zufolge die Wahrscheinlichkeit, dass Verkäufer keine Gegenpartei finden und auf ihren Anteilen sitzen bleiben.

Viel Lärm um nichts?
Die Frage, ob ETFs tatsächlich Krisen verstärken, ist unter Finanzexperten allerdings reichlich umstritten. Jason Xavier, Anlagestratege bei Franklin Templeton, argumentiert dagegen: "Eine der zentralen Eigenschaften eines ETFs ist die Tatsache, dass das Angebot an Anteilen flexibel ist", erklärt Xavier. Bei einem aktiv geführten Investmentfonds stammt die Liquidität ausschließlich vom Fonds selbst. Die Struktur passiver Indexfonds sorge indes sogar für zusätzliche Liquiditätsebenen, argumentiert der Anlageprofi. (fp)