Der Aufwärtstrend an den Kapitalmärkten hat zuletzt an Schwung verloren. "Eine Zuspitzung der Pandemie beginnt die Wirtschaftsdaten für das erste Quartal zu belasten", urteilt Mark Dowding, Anlagechef bei Bluebay Asset Management (Bluebay AM). Zugleich haben die Renditen von Staatsanleihen angezogen. Das belastet risikoreichere Anlageklassen wie Aktien zusätzlich und deutet darauf hin, dass sich die Finanzierungsbedingungen verschlechtern könnten. Insgesamt sollten sich Anleger dennoch nicht allzu viele Sorgen machen, sagt Dowding.

Sollte der Druck auf die Märkte weiter steigen, erwartet der Anlageexperte breite Unterstützung vonseiten der Politik, die die Stimmung wieder drehen könnte. "Da die Anleger auf den mittelfristigen Trend von finanzpolitischen Maßnahmen zur Reflation fokussiert sind, dürfte eine etwaige Korrektur an den Märkten nicht zu tief ausfallen", sagt Dowding außerdem. Er geht davon aus, dass die Kursrückgänge der vergangenen Tage eher eine Konsolidierung als eine Trendwende darstellen. "Unserer Einschätzung nach wartet immer noch viel Geld an der Seitenlinie, das neue Kursanstiege auslösen könnte", sagt er.

Wann kommt das Signal zum Umschichten?
Bei Bluebay AM hält man trotz schwächelnder Märkte an der bisherigen Prognose fest – jedenfalls mittelfristig: "Wir setzen auf eine weiterhin akkommodierende Geldpolitik zur Unterstützung der Märkte in der ersten Jahreshälfte", sagt Dowding. In der zweiten Jahreshälfte könnte sich die Lage dagegen ändern. Zieht das weltweite Wirtschaftswachstum erwartungsgemäß an, dürfte die Politik auf neue fiskalische Impulse verzichten, schätzt der Bluebay-Experte. "Das könnte für Anleger der Zeitpunkt sein, sich deutlich defensiver zu positionieren." (fp)