Öl dürfte als Treibstoff für Autos und Lkw auf absehbare Zeit uninteressant werden – nicht nur aus Gründen des Klimaschutzes, sondern weil es günstigere Alternativen gibt: "Der Siegeszug der Elektroautos weltweit dürfte wohl spätestens 2024 nicht mehr aufzuhalten sein", sagt Mark Lewis, Leiter der globalen Nachhaltigkeitsforschung bei BNP Paribas Asset Management.

Lewis hat sich angeschaut, welchen Energieertrag Öl und erneuerbare Energien abwerfen, wenn diese Energie zum Antrieb von Autos und anderen leichten Nutzfahrzeugen genutzt wird. Das Urteil ist eindeutig: Bei gleichem Kapitaleinsatz bringen mit Wind- und Solarenergieprojekten betriebene Elektroautos schon heute sechs bis siebenmal mehr Power auf die Straße als solche, deren Benzinmotoren im weitesten Sinne mit Öl betrieben werden. Der Unterschied ist weniger deutlich, wenn man von Dieselfahrzeugen ausgeht, doch auch dann sind Wind- und Solarenergie immer noch drei- bis viermal so effektiv wie der Verbrennungsmotor. Für Lewis ist das Ergebnis eindeutig: "Sprit ist schlicht zu teuer, gerade langfristig betrachtet."

Bedrohung des Geschäftsmodells
Der Ölindustrie erwächst damit erstmals in ihrer Geschichte eine ernstzunehmende Bedrohung für ihr Geschäftsmodell. Die Ölindustrie genießt derzeit zwar noch einen erheblichen Größenvorteil gegenüber Wind- und Solarenergie. Und noch sind Elektroautos teurer als die herkömmlichen Verbrenner. Doch schon im Jahr 2024 könnten sich die Preise angeglichen haben. "Dann werden die Karten neu gemischt", sagt Lewis. (fp)