Besonders spekulative Schuldtitel waren in den vergangenen zwei Jahren gefragt. Aktuell sollten Anleger jedoch aufpassen, für welche High-Yield-Anleihe sie sich entscheiden, sagt Ulrich Gerhard, Fondsmanager bei Insight Investment, einer Gesellschaft der US-Bank BNY Mellon. Er vergleicht Hochzinsanleihen mit Pilzen: manche sind giftig, manche dagegen harmlos und einige sogar sehr wohlscheckend. Es gelte, die genießbaren von den gefährlichen herauszupicken. "In den letzten beiden Jahren hätte man praktisch jeden Pilz sammeln können. Wenn man sich heute für die falsche Anleihe entscheidet, kann sich dies katastrophal auswirken."

Wie bei Pilzen zähle auch bei Hochzinsanleihen das Verfallsdatum. Kurzlaufende Bonds hätten im schwierigen Börsenjahr 2018 besser abgeschnitten als solche mit längerer Laufzeit. Gerhard setzt deshalb in seinem Portfolio vor allem auf High-Yield-Anleihen mit einer Laufzeit von weniger als zwei Jahren. Ein Schwerpunkt liegt auf US-Produkten, Unternehmen aus der Telekommunikation und der Energiebranche.

Anleger sollten Hochzinsanleihen sorgfältig auswählen
Das derzeit schwächelnde Geschäftsklima europäischer Unternehmen sieht Gerhard für Anleger in Hochzinsanleihen nicht problematisch – im Gegenteil. "Wir mögen es sogar, wenn die Wirtschaft langsamer wächst, denn das hält die Manager von schlechten Entscheidungen ab. Ebenso gibt es allerdings Firmen, die Wachstum unbedingt brauchen. Diese sollte man meiden." (fp)