Gute Zeiten für Schuldner in den USA: Die amerikanische Börsenaufsicht SEC hat immer mehr Probleme, verhängte Geldstrafen einzutreiben. Im Jahr 2018 kassierte die SEC nur 28 Prozent der Geldstrafen in Höhe von vier Milliarden US-Dollar. In den fünf Jahren davor trieb sie von rund 20 Milliarden US-Dollar Bußgeld immerhin noch 55 Prozent ein. Das geht aus einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) hervor, der das "Wall Street Journal" zitiert.

Das Problem: Die SEC darf nicht einfach auf das Vermögen von Säumigen zugreifen, sondern muss sich umständlich um ein Pfandrecht bemühen. Auch sitzen Schuldner zum Teil im Gefängnis oder haben die betreffenden Beträge bereits anderweitig ausgegeben. Mehr als zehn Milliarden US-Dollar an erwarteten Strafzahlungen hat die Börsenaufsicht seit dem Jahr 2009 deshalb abgeschrieben. Ende 2018 lagen die ausstehenden Forderungen bei 1,5 Milliarden US-Dollar – die SEC rechnet jedoch damit, nur 228 Millionen US-Dollar davon eintreiben zu können. 

Verhängte Geldstrafen werden weniger
Seit Beginn der Amtszeit von US-Präsident Trump haben sich die verhängten Geldstrafen zudem reduziert. In den ersten 20 Monaten seiner Regierung war ihre Summe und die Rückerstattung illegal erzielter Gewinne um 62 Prozent auf 1,9 Milliarden US-Dollar zurückgegangen – verglichen mit den letzten 20 Monaten der Obama-Regierung. (fp)