Die Bauzinsen in Deutschland kannten lange Zeit nur eine Richtung: nach unten. Zur Jahresmitte änderte sich das, doch nun gibt es einen erneuten Richtungswechsel, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) unter Berufung auf Information des Vergleichsportals Biallo.de schreibt. Von einer "Zinswende" könne aber nicht die Rede sein.

Der Zeitung zufolge habe beispielsweise die Commerzbank die Rate für Immobilien-Darlehen ab 100.000 Euro mit einer Laufzeit von zehn Jahren von 1,34 auf 1,16 Prozent effektiv gesenkt. Die ING Diba geht für vergleichbare Darlehen runter von 1,64 auf 1,59 Prozent. Und die Wiesbadener Volksbank senkte ihre Bauzinsen von 1,67 auf 1,57 Prozent. Auch Allianz, DEVK und Sparda-Bank Hamburg haben ihre Bauzinsen herabgesetzt. Im Schnitt liegen die Bauzinsen im damit wieder unter den Höchstständen des Oktober.

Bundesanleihen bestimmen die Richtung
"Die Bauzinsen sind stark abhängig von den Zinsen auf Bundesanleihen und natürlich auch ein bisschen vom Wettbewerb und den Geschäftsentscheidungen der Banken", erklärt Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING Diba, die Veränderung – trotz des anvisierten Ausstiegs der Europäischen Zentralbank aus der ultralockeren Geldpolitik. "Aber der Trend wird deutlich von den Bundesanleihen bestimmt", zitiert ihn die FAZ.

Die Zinsen auf die Bundesanleihen seien laut der FAZ im Zuge der Börsenturbulenzen und durch den sogenannten Sicherer-Hafen-Effekt gesunken. Das Ende der lockeren Geldpolitik der EZB stehe dagegen noch im Hintergrund. Das habe vor allem damit zu tun, dass es ein "ganz langsames und lang angekündigtes Ende" sei, wie die Zeitung ausführt Die Märkte seien darauf vorbereitet und hätten schon einiges einpreisen können. (jb)