Der Wunsch nach einer besseren Work-Life-Balance ist inzwischen auch an der Börse angekommen. Zwei europäische Lobbyverbände der Finanzwirtschaft – die Investment Association und die Association for Financial Markets – fordern kürzere Handelszeiten für britische Börsenhändler. So sollen sie pro Tag insgesamt anderthalb Stunden weniger arbeiten als bisher und damit zumindest auf dem Papier einem Nine-to-four-Job nachgehen können. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung".

Traditionell stehen viele Londoner Händler bereits morgens um 4.30 Uhr auf, um sich auf ihre Arbeit vorzubereiten, und besuchen nach Handelsschluss oft noch Kundenveranstaltungen. Dadurch leide die mentale Gesundheit und das Privatleben, kritisieren die Lobbyverbände. Eine Anpassung der Arbeitszeiten könne den Beruf des Börsenhändlers auch für Frauen interessanter machen, die in der Branche bisher unterrepräsentiert sind.

Andere Börsen könnten als Vorbild dienen
Auch an der Frankfurter Börse sollen die Handelszeiten kürzer werden, fordern die Interessenvertreter: Statt von acht bis 20 Uhr soll das Parkett nur von zehn bis 17 Uhr geöffnet sein. Allerdings arbeiten einige der Händler hier bereits im Zweischicht-System. An anderen Börsen sind kürzere Arbeitszeiten bereits üblich: So ist etwa der Handel in Shanghai nur fünfeinhalb Stunden geöffnet. (fp)