Patrick Hussy, Geschäftsführer des Behavorial-Finance-Spezialisten Sentix aus Frankfurt, weist in seiner jüngsten Wochenanalyse auf einen erstaunlichen Gleichlauf einiger aktueller Marktentwicklungen zum Jahr 2008 hin – dem Jahr, in dem die US-Investmentbank Lehman Brothers kollabierte und das weltweite Finanzsystem an den Abgrund führte.

Nicht nur die "Taktung im Sentiment", also mit Blick auf die Anlegerstimmung, sei "frappierend ähnlich", so der Sentix-Chef. Auch das Verhalten vieler Aktienindizes, etwa des Euro Stoxx 50, weise auffallende Parallelen auf. "Das Überrollen im August und das Ende der Bärenmarktrally (…) sind zeitlich kongruent", schreibt Hussy. "Der dynamische Absturz erfolgte damals im Zuge der Lehman-Pleite. Dieses Mal könnte der Energiekomplex die entsprechende Horrornachricht liefern."

"Nur noch wenige Tage Schonfrist"
Auch der Gleichlauf der Volatilitätsentwicklung 2008 und 2022 wirke "gespenstisch". 2008 war Ende August "Schluss mit der Ruhe", wie Hussy es formuliert. "Bleiben die Parallelen intakt, könnte der Aktienmarkt nur noch wenige Tage Schonfrist haben, bevor er endgültig nach unten dreht", mahnt er. (bm)