Höher, schneller, weiter: Zahlreiche Aktienindizes rund um den Globus haben in jüngster Zeit Rekorde erreicht. Der Dax etwa kletterte am Mittwoch (17. November) mit 16.284 Punkten zeitweise auf ein neues Hoch. Die Rekordjagd ist verwunderlich, denn das Börsenumfeld ist auf den ersten Blick nicht ideal, sondern geprägt von wachsenden Inflationsängsten und der immer noch andauernden Corona-Pandemie. Anlageprofis sehen allerdings keinen Grund zur Sorge. Das ergibt eine Umfrage der Bank of America unter 388 Fondsmanagern, über die die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) berichtet.

Die Fondsprofis, die zusammengenommen immerhin 1,1 Billionen US-Dollar unter ihren Fittichen haben, halten derzeit gerade einmal 4,4 Prozent Cash. Im Oktober waren die Kriegskassen besser gefüllt gewesen, der Anteil der liquiden Mittel hatte bei 4,7 Prozent gelegen. Ein Wert von mehr als fünf steht nach Definition der Bank of America für Angst. Ein Wert unter vier steht für Gier – und könnte bald erreicht sein. Fondsmanager investieren zunehmend offensiv, viele von ihnen haben amerikanische Aktien derzeit so stark übergewichtet wie seit 2013 nicht mehr.

Defensive Aktien sind out
Der Optimismus der Umfrageteilnehmer ist vor allem darauf zurückzuführen, dass sie mit einem stärkeren Wachstum der Weltwirtschaft rechnen. Zwei Drittel von ihnen gehen davon aus, dass die kommenden zwölf Monate einen Aufschwung bringen. Nur sechs Prozent erwarten eine Rezession. Dank der starken Berichtssaison im dritten Quartal sind zudem die Gewinnerwartungen an die Unternehmen gestiegen.

Fondsprofis setzen jetzt vor allem in Amerika und Europa auf steigende Aktienkurse. Dabei sehen sie Banken und Tech-Unternehmen vorn, finden aber auch Rohstoffe und Papiere aus der Gesundheitsbranche interessant. Defensive Branchen wie Versorger oder konjunkturunabhängige Konsumgüter sind bei Profis derzeit abgemeldet, ebenso Anleihen. Als größtes Marktrisiko gilt unter Fondsmanagern die Inflation: Ein Drittel von ihnen macht sich darüber Sorgen. (fp)