In den vergangenen vier Jahren durchlief der Luxussektor eine bewegte Entwicklung – von Post-Pandemie-Höhen bis hin zu einer Abkühlung inmitten globaler Unsicherheiten. David Wehner, Leiter Liquid Assets bei FGTC Investment in München, glaubt, dass nun wieder bessere Zeiten vor den Luxusaktien liegen.

Während der S&P Global Luxury Index im November 2021 noch bei mehr als 6.540 Punkten stand, folgte 2022 ein scharfer Rückgang bis auf 4.176 Punkte. Doch jüngste Entwicklungen wie die Quartalszahlen von LVMH oder Prada deuten nach Ansicht von Wehner auf eine mögliche Fortsetzung der Erholung der vergangenen Monate hin.

Herausforderungen: Von China-Krise bis Verbrauchergewohnheiten
Ob der Aufschwung Bestand hat, hängt seiner Einschätzung nach von der wirtschaftlichen Entwicklung in wichtigen Kundenmärkten, aber auch von der Anpassung an veränderte Verbrauchergewohnheiten ab. In den vergangenen Jahren wurde demnach die Widerstandsfähigkeit der Luxusbranche durch Inflation, Rezessionsängste und eine schwächelnde chinesische Wirtschaft – dem einstigen Wachstumsmotor – hart auf die Probe gestellt. Ein zusätzlicher Bremsfaktor sei, dass jüngere Konsumenten, insbesondere die Generation Z, sich zunehmend von Statussymbolen abwenden, was den Absatz von Handtaschen, teuren Uhren und Schmuck drosselt. 

Vorsichtiger Optimismus für mittel- und langfristige Anleger
Sollte es aber zu einem weltwirtschaftlichen Aufschwung insbesondere in Märkten wie China, Südostasien und Indien mit ihrer wachsenden und finanziell stärker werdenden Mittelschicht sowie den Märkten in den USA und Europa kommen, dürfte dies laut Wehner insbesondere für die Super-Luxuskonzerne Impulse geben. Wenn es den Marken zudem gelingt, sich an die veränderten Verbrauchergewohnheiten anzupassen, Trends wie KI, Nachhaltigkeit und Lifestyle als Schlüsselrollen zu begreifen, könnte die Branche gute Chancen haben, in einer volatilen Welt wieder und weiter eine glänzende Rolle zu spielen. (jh)