BofA-Chef rechnet mit Kurswechsel bei US-Zöllen
Der CEO der Bank of America erwartet eine Entschärfung der US-Handelspolitik. Nach dem Zollschock des Jahres 2025 geht Brian Moynihan im kommenden Jahr von sinkenden Spannungen aus – trotz weiterhin erhöhter Abgaben.
Der Vorstandsvorsitzende der Bank of America, Brian Moynihan, rechnet damit, dass die Regierung von US-Präsident Donald Trump die Handelskonflikte im kommenden Jahr entschärfen wird, nachdem neue Zölle im Jahr 2025 Schockwellen durch die US-Wirtschaft geschickt hatten.
In einem Interview, das Anfang Dezember aufgezeichnet und am Sonntag (28.12.) in der "CBS"-Sendung "Face the Nation" ausgestrahlt wurde, sagte Moynihan, die Bank of America geht von einer "Deeskalation, nicht von einer Eskalation" aus. Erwartet werde ein durchschnittlicher Zollsatz von 15 Prozent – mit höheren Abgaben für Länder, die sich nicht zu Käufen aus den USA verpflichten oder nichttarifäre Handelshemmnisse abbauen.
"Von einem pauschalen Zoll von zehn Prozent auf 15 Prozent für die breite Mehrheit der Länder zu gehen – das hat keinen riesigen Effekt", sagte Moynihan. "Und genau an diesem Punkt sieht unser Team den Beginn der Deeskalation."
China und Nordamerika bleiben Sonderfälle
Im April hatte Trump einen Basiszoll von zehn Prozent auf alle Exporte in die USA angekündigt. Im Juli folgte eine Reihe weiterer Zölle, die den durchschnittlichen Satz für wichtige Handelspartner bei Umsetzung wie angekündigt auf 15,2 Prozent steigen lassen würden. "Bloomberg Economics" schätzte, dass der durchschnittliche US-Zollsatz nach Trumps Rückkehr ins Weiße Haus von zwei auf 14 Prozent gestiegen ist.
China sei dabei "eine andere Frage", ebenso wie die nordamerikanischen Handelspartner, da im kommenden Jahr eine Überprüfung des US-Mexiko-Kanada-Abkommens anstehe, fügte Moynihan hinzu. "Aber weltweit kann man so etwas wie den Endpunkt erkennen", sagte er.
Kleine Unternehmen spüren Zölle – Arbeitsmarkt wiegt schwerer
Höhere Zölle und die Unsicherheit über die Handelspolitik hätten kleine Unternehmen im zweiten Quartal belastet, sagte Moynihan, auch wenn eine gewisse Entlastung mit nachlassenden Abgabensätzen eingesetzt habe. Derzeit seien Zölle für kleinere Unternehmen jedoch ein geringeres Problem als die Unsicherheit über die Verfügbarkeit von Arbeitskräften, da einige Maßnahmen der Einwanderungspolitik der Trump-Regierung "noch nicht richtig gegriffen" hätten. (mb/Bloomberg)













