Die US-Handelspolitik schafft eine "neue Weltordnung", da Investoren den Dollar und amerikanische Aktien zunehmend gegen internationale Vermögenswerte eintauschen. Das schreibt Michael Hartnett, Stratege bei der Bank of America.

Die Politik der Trump-Regierung, die Wirtschaft "heiß laufen zu lassen", bedeute neue "Anything but Dollar"-Trades. Die Phase des US-Exzeptionalismus wandle sich zu einer globalen Umschichtung, so Hartnett in einer Analyse.

Rückenwind für internationale Aktienmärkte
Hartnett zufolge dürfte dies internationale Aktien beflügeln. Besonders Rohstoffproduzenten in Schwellenländern könnten profitieren, da die Nachfrage durch Anwendungen im Bereich künstliche Intelligenz steige. Zudem seien Investoren in China und Indien weiterhin unterinvestiert, betonte er.

Die Geldströme untermauern Hartnetts Sichtweise. Aktienfonds in Europa, Japan und anderen entwickelten internationalen Märkten verzeichneten in diesem Jahr zusammen Zuflüsse von 104 Milliarden Dollar. Demgegenüber flossen lediglich 25 Milliarden Dollar in US-Fonds, heißt es in der BofA-Notiz unter Berufung auf Daten von EPFR Global.

Turbulenzen nach Trumps Zollankündigung
US-Anlagen gerieten seit der historischen Zollankündigung von US-Präsident Donald Trump im April unter Druck. Diese hatte Sorgen über ein mögliches Ende der amerikanischen Dominanz in den globalen Wirtschafts- und Finanzmärkten ausgelöst. Zwar nahm Trump viele der Maßnahmen später wieder zurück, doch der S&P 500 Index bleibt im Vergleich zu internationalen Pendants zurück. Gleichzeitig ist ein Dollar-Index seit Ende 2024 um zehn Prozent gefallen.

Hartnett bevorzugt internationale Aktien bereits seit Ende 2024 – eine Einschätzung, die sich als vorausschauend erwies. Während der S&P 500 seither um 15 Prozent zulegte, stieg der MSCI ACWI ex-US Index um 39 Prozent. (mb/Bloomberg)