Das US-Finanzministerium hat am Mittwoch (9.9.) angekündigt, länger laufende Staatsanleihen im Volumen von bis zu sechs Milliarden US-Dollar zurückzukaufen. Das ist eine Verdreifachung des bisherigen Rückkaufvolumens von zwei Milliarden Dollar je Transaktion. In der ursprünglichen Ankündigung vom 19. August war von mindestens einer Verdoppelung die Rede.

Doch auch diese Ausweitung konnte den Markt nicht beeindrucken. Wie die Nachrichtenagentur "Bloomberg" berichtet, stiegen die Renditen von US-Staatsanleihen nach der Ankündigung weiter an, die Rendite zehnjähriger Treasuries kletterte zeitweise auf 4,85 Prozent.

Markt zeigt sich unbeeindruckt
Bessent versucht seit seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr, die Renditen zu drücken. Inzwischen liegt die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen jedoch nahe dem höchsten Niveau seit 2023. Nach der ersten Ankündigung des ausgeweiteten Rückkaufprogramms am 19. August waren die Renditen zunächst gefallen, machten diesen Rückgang jedoch rasch wieder wett.

Die jüngste Ausweitung des Programms hat den Markt offenbar enttäuscht. Anleihenhändler hatten ihre Erwartungen an den nächsten, für Donnerstag (10.9.) geplanten Rückkauf nach vorherigen Äußerungen Bessents zuletzt deutlich nach oben geschraubt. Die nun angekündigten sechs Milliarden Dollar hätten daher nicht den erhofften Effekt ausgelöst, sagt Steven Zeng, Stratege bei der Deutschen Bank. "Es ist, als hätte das Finanzministerium dieses Monster geschaffen, das es nun ständig füttern muss", so Zeng.

"Mit einem Luftgewehr zu einer Panzerschlacht"
Bessent versucht, die Finanzierungskosten des Staates zu senken, während gleichzeitig der Preisdruck hoch ist, die Erwartungen an Zinserhöhungen der Federal Reserve zunehmen und das US-Haushaltsdefizit historische Ausmaße erreicht. "So wie es derzeit aussieht, ist das Finanzministerium mit einem Luftgewehr zu einer Panzerschlacht erschienen", sagt Elias Haddad von Brown Brothers Harriman & Co.

Der US-Finanzminister hatte den Plan für die ausgeweiteten Rückkäufe als "Treasury Twist" bezeichnet – eine Anspielung auf die Programme "Operation Twist" der Federal Reserve, die darauf abzielten, die langfristigen Finanzierungskosten zu senken. Da die jüngste Ankündigung jedoch das Gegenteil bewirkte, könnte Bessent versucht sein, das Volumen künftiger Operationen über sechs Milliarden US-Dollar hinaus zu erhöhen.

Sorge vor weiterem Renditeanstieg
Anleger und Analysten sehen die verstärkten Rückkäufe als Ausdruck der Sorge der Trump-Regierung über die gestiegenen langfristigen Finanzierungskosten – wenige Wochen vor den Kongresswahlen im November. Der Anstieg der Treasury-Renditen hat die Hypothekenzinsen in den USA auf den höchsten Stand seit mehr als einem Jahr getrieben. (Bloomberg/jh)