Bond-Profi: Diese fünf Gründe sprechen für EM-Unternehmensanleihen
Anleihen von Unternehmen aus Schwellenländern versprechen hohe Renditen. Die meist in Dollar emittierten Papiere bergen für Euro-Anleger allerdings ein Währungsrisiko. Wie Investoren damit umgehen sollten und welche Faktoren derzeit für EM-Bonds sprechen, erklärt Evariste Verchere von Blue Orchard.
Hartwährungsanleihen von Unternehmen aus Schwellenländern sind für das Jahr 2026 gut aufgestellt, meint Evariste Verchere, Head of Public Debt Portfolio Management bei Blue Orchard. Er verweist unter anderem auf ein robustes Wachstum, solide Bilanzen und attraktive Renditen – mehr dazu in der Bilderstrecke oben.
"Dennoch sind ein umsichtiges Risikomanagement und eine sorgfältige Auswahl der Emittenten entscheidend, um erfolgreich durch die sich wandelnde Risikolandschaft zu navigieren und bestehende Chancen zu nutzen", mahnt der Bond-Profi.
Dynamisches Umfeld
Mit Blick in die Zukunft erfordere das Zinsumfeld ein umsichtiges taktisches Management der Duration. Zwei wesentliche Risiken für den Ausblick könnten sich gegensätzlich auf die Zinsen auswirken, so Verchere. "Einerseits könnte eine starke Korrektur in Marktsegmenten wie KI-Aktien oder private Kredite die Risikobereitschaft dämpfen, die globalen Zinsen drücken und zu einer Rally bei hochwertigen Anlagen mit längerer Duration führen", erläutert er.
"Andererseits könnten die Zinsen steigen und die Kurve steiler werden, wenn die Inflation höher als erwartet ausfällt oder die Glaubwürdigkeit der Federal Reserve durch eine übermäßig akkommodierende Geldpolitik in Frage gestellt wird", so Verchere. Dieses dynamische Umfeld erfordere einen aktiven Ansatz beim Management des Zinsrisikos.
Aktives Management
Vor diesem Hintergrund dürfte eine Outperformance vor allem von der Fähigkeit abhängen, spezifische Risikoprämien in Schwellenländern zu nutzen, meint der Anlagestratege. Dies gelte insbesondere angesichts der ungewöhnlich vielen Wahlen – etwa in Peru, Kolumbien, Brasilien, Thailand, Indien und Ungarn – und in Erwartung einer zunehmenden Streuung im Jahr 2026.
"Eine sorgfältige Kreditauswahl und ein aktives Portfoliomanagement werden von entscheidender Bedeutung sein", so Verchere. "Denn politische und mikroökonomische Entwicklungen in Schwellenländern können sowohl Risiken als auch Chancen auf Emittenten-Ebene mit sich bringen." (fp)















