Extremwetter, Naturkatastrophen, schlechte Luft: Der Klimawandel ist auf der ganzen Welt längst spürbar. Umso wichtiger wird das Thema Nachhaltigkeit, auch an den Finanzmärkten. "Die Energiewende könnte für die Weltwirtschaft genauso bedeutend sein, wie es die Digitalisierung gewesen ist", sagt Giorgio Caputo, Fondsmanager beim Vermögensverwalter J O Hambro Capital Management (JOHCM). Doch viele Unternehmen in sogenannten "Income"-Fonds, also Investmentfonds oder ETFs, die zinsähnlich vorrangig laufende Erträge abwerfen sollen, sind nicht besonders klimafreundlich. Dabei sind gerade diese Angebote bei vielen Anlegern beliebt. 

Privatanleger, die planbare monatliche Einkommensströme erzielen möchten, greifen häufig auf die "Income"-Fonds zurück. Dazu zählen auch Dividenden-Portfolios. Zu den Schwergewichten solcher Fonds gehören allerdings häufig Titel aus dem Rohstoff- und dem Stromerzeugungssektor. "Oft weisen aber genau jene Unternehmen keinen Paris-konformen Dekarbonisierungsplan auf", sagt Caputo. Langfristig würden nicht nur die wirtschaftliche Not die Ausschüttungen nach unten korrigieren, sondern auch die gesellschaftlichen Erwartungen.

Seit Jahresbeginn konnten laut JOHCM bei Werkstoffen, Finanzwerten und anderen zyklischen Unternehmen starke Renditen erzielt werden. Gleichzeitig stiegen mit der demokratischen Mehrheit im US-Senat die Zinssätze. In dem Zuge legten auch Aktien von Versorgern aus dem Bereich der erneuerbaren Energien zu. "Dies zeigt eindrücklich, wie nachhaltige Wachstumsaussichten auch die Auswirkungen steigender Zinsen abschirmen können", erklärt Caputo. "Ein weiterer Aspekt, der die Integration von ESG-Aspekten für Value Investoren attraktiv macht." (fp)