Um Banken künftig besser für Krisen aufzustellen, setzt die EU vor allem auf strengere Eigenkapitalregeln. Die Geldhäuser sollen in der Europäischen Union bis zum Jahr 2030 bis zu 8,4 Prozent mehr Kapital auf die Seite schaffen, wie das "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (RND) berichtet. Das geht aus dem Vorschlag zur Umsetzung der Reform Basel III hervor, den die EU-Kommission am Mittwoch präsentierte. Auch neue Regelungen zur Kreditvergabe an Unternehmen ist Teil des Gesetzespakets. Banken, die Unternehmen ohne Bonitätsnote Kredite gewähren, sollen nach dem Vorschlag der Kommission künftig mehr Kapital zurücklegen.

Bei aller Strenge des künftigen Regelwerks betonten die Vertreter der Kommission, sie wollten die Besonderheiten der europäischen Wirtschaft und ihres Bankensektors stark berücksichtigen, so die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Basel III erlaube genügend Flexibilität, um im EU-Recht etwa der mittelständischen Struktur der europäischen Wirtschaft gerecht zu werden und deren Finanzierung nicht durch übermäßige Banken-Kapitalvorgaben zu gefährden, zitiert die FAZ die Kommissare. Zudem sollen für die Umsetzung lange Übergangsfristen gewährt werden.

So geht es weiter
Die Basel-III-Reformen hatten die EU und die G20-Länder nach der Weltfinanzkrise 2008/2009 angestoßen. Die Gesetzesvorschläge werden im nächsten Schritt nun dem Europäischen Parlament und den EU-Mitgliedstaaten vorgelegt. Bis mögliche Änderungen integriert worden sind und das Paket verabschiedet werden kann, wird es also noch eine Weile dauern. (fp)