Die Zahl der Rentner wird in den kommenden Jahren stark steigen. Wie schafft es die Bundesrepublik, dass die Finanzierung der Gesetzlichen Rentenversicherung trotzdem stabil bleibt? Dieser Frage hat die Rentenkommission der Bundesregierung einen Bericht gewidmet und jüngst die Ergebnisse präsentiert. Das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) hat nun nachgefragt, wie der Bericht bei den Bürgern angekommen ist – und zieht ein ernüchterndes Fazit.

Der Umfrage zufolge ist fast jeder zweite Befragte (48 Prozent) mit den Ergebnissen unzufrieden. Kritisiert wird vor allem, dass die Kommission keine Lösungen für das eigentliche Problem erarbeitet hat, sondern nur vage Empfehlungen abgibt. Dabei spielt es keine Rolle, welcher Partei sich die Befragten zugehörig fühlen. Alle Wählergruppen stimmen dieser Einschätzung mehrheitlich zu.

Korridor-Lösung stößt auf Unverständnis
Im Bericht schlägt die Kommission unter anderem vor, Korridore für den Rentenbeitrag und das Rentenniveau festzulegen und so die finanzielle Last sowohl auf die Beitragszahler als auch auf die Rentner zu verteilen. Mit dem Vorschlag können die wenigsten Deutschen etwas anfangen, zeigt die Umfrage. So gaben 39 Prozent der Teilnehmer an, dass sie schlicht nicht einschätzen können, ob Korridore eine gute Lösung sind.

Diejenigen, die sich eine Meinung zutrauen, sind sich indes uneins, wie sie den Vorschlag finden sollen. 24 Prozent stimmten der Aussage zu, ebenso viele lehnen sie ab. "Die Korridore für Beitrag und Rentenniveau waren der kleinste gemeinsame Nenner, den die Kommissionsmitglieder gefunden haben", erklärt DIA-Sprecher Klaus Morgenstern. "Für einen großen Wurf halten die Bürger, das überrascht nicht, diesen Vorschlag aber kaum." (fp)