Investoren sollten nicht wegen des Coronavirus aus Aktien aussteigen, sagt die lebende Börsenlegende Warren Buffett. Er hält den Ausbruch des Virus zwar für "erschreckend", erklärte er dem Sender CNBC. "Es sollte aber nicht das beeinflussen, was man am Aktienmarkt tut." Die Epidemie sorgt seit Jahresbeginn für Kursturbulenzen. Viele Anlageprofis warnen davor, dass sich die langfristigen Folgen des Corona-Ausbruchs noch gar nicht abschätzen lassen. Buffett will nach eigener Aussage trotzdem keine Aktien verkaufen. Überraschend ist das nicht: Der legendäre Value-Investor ist für seinen langen Atem bei der Geldanlage bekannt.

Das "Orakel von Omaha" ruft Anleger auch jetzt dazu auf, langfristig zu denken und am Ball zu bleiben. Man könne die Marktentwicklung nicht aus den täglichen Schlagzeilen ableiten, sagte er im TV-Interview. Seine Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway dürfte die jüngsten Wirren am Markt sogar für Zukäufe nutzen: Sie werde "sicherlich eher bereit sein", nach einem Kursrutsch Aktien zu kaufen, so Buffett. Insgesamt bekomme man für sein Geld an der Börse weiterhin mehr geboten als am Rentenmarkt.

Keine Sorge um die Nachfolge
Der 89-Jährige steht seit mehr als fünf Jahrzehnten an der Spitze von Berkshire Hathaway. Klar ist: Er und sein 96-jähriger Vize-Chairman Charlie Munger werden die Geschäfte nicht mehr ewig führen. Die Berkshire-Aktionäre müssen sich aber keine Sorgen machen, schrieb Buffett jüngst in seinem Jahresbrief an die Anteilseigner, über den das Börsenmagazin der ARD berichtet: "Ihre Firma ist zu hundert Prozent auf unseren Abgang vorbereitet." Als mögliche Nachfolger für Buffett und Munger gelten die Berkshire-Manager Ajit Jain und Greg Abel.

Zuletzt lief es bei der Beteiligungsgesellschaft nicht sonderlich gut. Im Jahr 2019 fiel das operative Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent auf 24 Milliarden US-Dollar. Das lag vor allem an der Schwäche des Rückversicherungsgeschäfts. Der Nettoüberschuss stieg wegen geänderter Bilanzierungsregeln dennoch auf den Rekordwert von 81,4 Milliarden US-Dollar. (fp)