Starinvestor Warren Buffett ist eigentlich kein Fan von Gold. Bei einem Auftritt an der Universität Harvard sagte er 1998 sogar: "Gold wird aus dem Boden ausgegraben. Dann schmelzen wir es ein, graben ein anderes Loch, verstecken das Gold wieder darin und bezahlen dann Menschen, um darum herumzustehen und es zu bewachen. Gold ist einfach unnütz. Wenn Marsmenschen das sähen, würden sie sich am Kopf kratzen." Diese Linie hat Buffett lange Jahre durchgehalten – bis jetzt. Er scheint einen Sinneswandel durchlebt zu haben, denn Buffett kaufte mit seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway zuletzt 20,9 Millionen Aktien von Barrick Gold. Das sind rund 1,2 Prozent der Aktien des Minenbetreibers, die rund 565 Millionen US-Dollar wert sind, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ).
 
Der Goldpreis hat seit dem Börsencrash durch die Coronakrise eine beeindruckende Rally hingelegt. Das Edelmetall jagt von Rekordhoch zu Rekordhoch. Der Preis für eine Feinunze Gold lag zuletzt bei knapp über 2.000 US-Dollar. Laut FAZ haben viele Goldproduzenten den Preisverfall aus den vergangenen Jahren zum Anlass genommen, ihre Bilanzen auf Vordermann zu bringen. Abschreibungen wurden vorgenommen, und man hat sich von weniger rentablen Einheiten getrennt. Nun, wo der Goldpreis wieder ansteigt, zahle sich dies aus, da die Produktionskosten stabil geblieben sind, heißt es in der FAZ. Und das hat wohl auch Warren Buffett erkannt.
 
Gold statt Geldhaus
Während das Edelmetall Einzug in das Portfolio von Berkshire Hathaway erhält, müssen andere Werte weichen. Laut der FAZ hat Buffett die Anteile Berkshires an den beiden Großbanken Wells Fargo und J.P. Morgan verringert. Bei Goldman Sachs sei Berkshire sogar komplett ausgestiegen. Noch im Juli hatte Buffett dagegen bei der Bank of America aufgestockt. Die Investmentgesellschaft besitzt inzwischen insgesamt rund eine Milliarde Bank-of-America-Aktien im Wert von 25,8 Milliarden Dollar, berichtet die FAZ. (fp)