Börsen-Altmeister Warren Buffett traut Europas Immobilienmärkten weitere Preissteigerungen zu. Nicht anders ist zu erklären, weshalb sich die Immobiliensparte seiner Investmentgesellschaft, Berkshire Hathaway Home Services (BHHS), nach der erst im März 2018 geschlossenen Franchise-Vereinbarung mit der Berliner Maklergesellschaft Rubina gleich mit einem zweiten Partner vom "Alten Kontinent" zusammentut, diesmal Kay & Co. aus London. Das Unternehmen hofft, Mailand, Wien und Dubai noch in diesem Jahr in sein Netzwerk aufnehmen zu können.

"Wir haben bereits eine Reihe von Märkten eingebunden“, sagt Gino Blefari, Vorstandschef von HSF Affiliates, zu der auch BHHS gehört, in einem Bloomberg-Interview. "Letztendlich werden wir in allen großen Metropolenmärkten sein.“ Das Unternehmen führt demnach auch Gespräche mit potentiellen Partnern in Paris und Madrid und schaut nach Mexiko City, Hongkong und Tokio.

Vom Mauerblümchen zum Wachstumssegment
Die Anfänge von Buffetts Immobilienaktivitäten waren bescheiden: Bei der Übernahme eines Energieunternehmens im Jahr 2000 hatte Berkshire Hathaway quasi nebenbei eine Beteiligung an Home Services of America, einem Sammelsurium aus Immobilienmaklern und Hypothekengesellschaften, miterworben. Der milliardenschwere Investor schenkte der ungewollten Tochter ursprünglich nur wenig Aufmerksamkeit. Doch unverhofft kommt oft: Denn BHHS ist zum größten Eigentümer von Wohnimmobilien in den USA herangewachsen

"Da so viele Käufer von gehobenen Immobilien nicht aus den USA kommen, wurde es für uns unabdingbar, sagen zu können, dass wir global sind", erklärt Blefari. Der Zusammenschluss mit einem Luxusimmobilienmakler, der sich auf Londoner Stadtteile wie Mayfair und Hyde Park konzentriert, kommt zu einem Zeitpunkt, wo der Brexit den britischen Eigenheimmarkt nach unten zieht. Unbeirrt plant das britische Unternehmen – nun unter dem Namen BHHS Kay & Co. – durch Akquisitionen und Joint Ventures zu expandieren.

Ruhige Hand
"Ereignisse wie das Referendum in Großbritannien sind für uns keine Entscheidungsfaktoren, da wir Sachen langfristig betrachten", sagt Mitch Lewis, BHHS-Geschäftsführer für Europa und den Nahen Osten. Die Möglichkeit, Käufer und Verkäufer in verschiedenen Ländern miteinander zu verbinden, zahle sich bereits aus, berichtet Michael Jalbert, Senior Vice President Global Sales bei HSF Affiliates.

Seit der Ankündigung, mit Kay & Co. zusammenarbeiten zu wollen, hat das britische Unternehmen nach eigener Schilderung einen stetigen Strom von Interessenten aus dem Berkshire-Hathaway-Netzwerk erhalten. "Und wir haben noch nicht mal die Firmenschilder ausgetauscht", fügt Jalber lächelnd hinzu. (kb/ps)