Anleihe-Investoren werden auf dem deutschen Markt derzeit nicht froh. Zumindest die Zeit der Negativrekorde könnte aber bald vorbei sein. Denn trotz der starken Verluste auf dem Aktienmarkt in den vergangenen Tagen blieb der Renditerückgang der Bundesanleihen überschaubar. Für Felix Herrmann, Kapitalmarktstratege bei Blackrock, ist das ein klares Zeichen dafür, dass das Ende der Fahnenstange in diesem Segment fast erreicht ist.

Bei den negativen Renditen scheint ein unsichtbarer Boden in greifbare Nähe zu rücken, ist der Stratege überzeugt. Für Investoren ist das dennoch nur ein kleiner Trost. "Man muss es recht deutlich sagen: Bricht die negative Korrelation zwischen Bundesanleihen und Aktienmarkt zusammen, verlieren Bundesanleihen bei dem aktuellen Renditeniveau zunehmend ihre Daseinsberechtigung im Portfolio", sagt Herrmann.

Anleger rechnen mit Zinssenkung in den USA
Jenseits des Atlantiks sieht der Stratege bei den Zinsen noch Luft nach unten. Die schlechten Nachrichten von der Makrofront haben die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinssenkung im Oktober von Seiten der Fed erhöht. Anleger gehen zu 80 Prozent von einer Reduzierung um 25 Basispunkte aus, beobachtet Herrmann. "Machen Powell und Co. in dieser Woche keine Anstalten, diese eingepreiste Wahrscheinlichkeit herauszureden, ist der Weg für eine Senkung Ende Oktober frei." (fp)