Bundesbank-Chef warnt: Warum die Inflation zurückkehren könnte
Bundesbank-Präsident Joachim Nagel sieht wachsende Risiken für die Preisstabilität. Geopolitische Spannungen und politischer Druck auf Notenbanken könnten seiner Einschätzung nach künftig zu höherer Inflation führen.
Die zunehmende Rivalität zwischen den großen Volkswirtschaften der Welt könnte laut Bundesbank-Präsident Joachim Nagel zu höherer Inflation führen. "Der zunehmende geopolitische Wettbewerb zwischen Staaten kann den Druck auf unabhängige Zentralbanken erhöhen, fiskalische Ziele über die Bekämpfung der Inflation zu stellen", sagte das EZB-Ratsmitglied am Donnerstag (12.2.) bei einer Rede in London.
Kritik an Angriffen auf die Federal Reserve
Mit Blick auf die Angriffe von US-Präsident Donald Trump auf die Federal Reserve argumentierte Nagel bei einem Treffen der Euro-50-Gruppe, dass ein möglicher Erfolg "als Blaupause für Politiker in anderen Ländern dienen könnte, um ähnliche Maßnahmen zu verfolgen".
Die globale Verflechtung der Wirtschaft bedeutet nach Nagels Worten, dass politischer Druck in anderen Ländern es auch dem Eurosystem erschweren könnte, Preisstabilität zu sichern. Die Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank sei zwar durch den EU-Vertrag garantiert, man dürfe dennoch "nicht zu selbstsicher werden".
Unabhängigkeit als Schlüssel zur Preisstabilität
Nagel bekräftigte, dass die Unabhängigkeit der Währungsbehörden "entscheidend für die Preisstabilität" sei. Er verwies dabei auf empirische Studien, die belegten: "Je unabhängiger eine Zentralbank ist, desto niedriger fällt die Inflation aus."
In seiner Rede warnte Nagel außerdem, dass geopolitische Schocks wie Russlands Krieg gegen die Ukraine die Volatilität der Verbraucherpreisanstiege in Zukunft erhöhen können.
Inflation unter Kontrolle – aber keine Garantie
"Glücklicherweise haben wir – trotz erheblicher Handelskonflikte im vergangenen Jahr – die Inflation erfolgreich unter Kontrolle gebracht", so Nagel. "Allerdings gibt es keine Garantie, dass derartige Schocks in Zukunft nicht erneut auftreten." (mb/Bloomberg)














