Bitcoin sind sowas von gestrig, findet Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele. Sogenannte Instant-Payments, sekundenschnelle Geldüberweisungen, "sind schneller, verbrauchen nur einen Bruchteil der Energie von Bitcoin und sind zudem deutlich kostengünstiger", sagte er gegenüber der Presseagentur dpa. Thiele sieht nach eigenen Angaben keinen Bedarf für Kryptowährungen, weder allgemein noch als digitales Zentralbankgeld.

Seit Ende vergangenen Jahres können Verbraucher europaweit Zahlungen in Echtzeit vornehmen. Der Überweisungsbetrag wird dem Konto des Empfängers innerhalb von zehn Sekunden gutgeschrieben. Dafür müssen allerdings die Kreditinstitute beider Parteien dem Instant-Payment-System angehören. Thiele zufolge haben bislang mehr als tausend Geldhäuser aus zwölf europäischen Ländern das Regelwerk zur Einführung von Instant Payment unterzeichnet. Die meisten Institute können solche Zahlungen voraussichtlich ab Mitte dieses Jahres anbieten.

EU-Kommission will Bitcoin an die Kette legen
In Brüssel zeigt man sich unterdessen besorgt über den wieder aufgeflammten Bitcoin-Boom. Valdis Dombrovskis, Vizepräsident der EU-Kommission, betrachtet die Kryptowährung laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" als große Gefahr für die Stabilität der Finanzmärkte. Er will deshalb prüfen, ob auf EU-Ebene neue Regeln nötig sind, um Bitcoin unter Kontrolle zu bekommen.

Die Ergebnisse eines Treffens von Aufsichtsbehörden und Branchenvertretern sollen in eine Konferenz der G20 einfließen. Kryptowährungen seien ein globales Phänomen, das eine globale Antwort erfordere, so Dombrovskis. (fp)