Platzt auf dem deutschen Immobilienmarkt bald eine Blase? Die Bundesbank sieht jedenfalls seit geraumer Zeit deutliche Tendenzen für eine schleichende Überhitzung – und hat in ihrem jüngsten Monatsbericht erneut eine Warnung ausgesprochen. "Aktuellen Schätzergebnissen zufolge lagen die Preise in den Städten nach wie vor zwischen 15 Prozent und 30 Prozent über dem Wert, der durch demografische und wirtschaftliche Fundamentalfaktoren angezeigt ist", schreiben die Autoren.

Laut "Handelsblatt" stiegen die Preise für selbstgenutztes Wohneigentum im vergangenen Jahr um 7,5 Prozent, nachdem sie im Vorjahr um 6,8 Prozent angezogen hatten. Die Bundesbank führt diesen Preisanstieg auf das neue Verhältnis der Deutschen zum Eigenheim zurück, das sich durch die Krise verändert habe. Der Stellenwert von Eigentum könnte sich aufgrund der Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie dauerhaft erhöht haben, heißt es in dem Bericht. 

Bau- und Grundstückskosten sind gestiegen
Trotzdem rechnen die Bundesbanker nicht damit, dass es alsbald zu einer abrupten Korrektur der Immobilienpreise kommt. Wie schon im Oktober gaben sie zumindest zum Teil Entwarnung. Damals verwiesen sie als Begründung darauf, dass sich die Preisentwicklung auf dem Wohnimmobilienmarkt vor allem auf die Entwicklung von Angebot und Nachfrage zurückführen lässt. Neben den extrem günstigen Finanzierungsbedingungen hätten höhere Bau- und Grundstückskosten die Preise getrieben. Da der Wert einer Immobilie wesentlich auf dem Grundstückswert basiere, "erhöhte sich auch das Risiko von Preisübertreibungen bei Wohnimmobilien", zitiert das "Handelsblatt" aus dem Oktober-Bericht. (fp)