Die Deutsche Bundesbank hält nicht allzu viel von der Idee, eine digitale Version des Euro – also eine Art "Bundes-Bitcoin" – zu entwickeln. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet, sorgen sich die Zentralbanker um die Währungsstabilität in Krisen, wenn ein "E-Euro" eingeführt würde. Die FAZ zitiert einen Sprecher der Bundesbank mit der Aussage, staatliches Geld auf Basis der vom Bitcoin bekannten Blockchain-Technologie könnte "disruptive Veränderungen" im Finanz- und Bankensektor nach sich ziehen – sprich: die vertrauten Geschäftsmodelle der Banken völlig verändern. 

Das Horrorszenario: Wenn digitales Zentralbankgeld als sichere Alternative zum Konto bei einer Bank zur Verfügung stehe, könne es in krisenhaften Notsituationen schnell zu einem digitalen "Bank Run“ kommen. Kunden würden dann ihre klassischen Bankkonten blitzschnell leer räumen und das Geld auf ihre E-Euro-Konten bei der Zentralbank transferieren, so die Befürchtung. Ein solches Szenario würde schnell die Finanzstabilität gefährden und die Systemfrage stellen. Bundesbankpräsident Jens Weidmann hatte in diesem Kontext unlängst sogar von einer "Büchse der Pandora" gesprochen.  

CDU sieht vorteile für den Zalhungsverkehr
Die deutliche Warnung ist eine Reaktion auf einen Vorstoß der Bundestagsfraktion von CDU und CSU. Diese hatte vor kurzem ein Papier mit dem Titel "Zukunftstechnologie Blockchain – Chancen für Deutschland nutzen" veröffentlicht. Darin heißt es, die Zentralbanken sollten einen digitalen Euro einführen, um den Zahlungsverkehr in Europa zu verbessern. Anders als die Bundesbank hat die Unionsfraktion offenbar keine Bedenken in Bezug auf die Geldpolitik. (fp)