Die USA stehen am Anfang eines heißen Wahljahres. Die US-Präsidentschaftswahlen im Herbst dürften das Land stärker spalten als die meisten Wahlen zuvor, sagt Stefan Keller, Stratege beim Vermögensverwalter Candriam. Bei fast allen wichtigen Themen stehen sich die Positionen des amtierenden Präsidenten Donald Trump und der linkeren unter den demokratischen Kandidaten diametral gegenüber.

Wer für die Demokraten antritt, könnte Ende des ersten Quartals 2020 feststehen. Die demokratischen Vorwahlen beginnen am 3. Februar. Beim "Super Tuesday" am 3. März stimmen gleich mehrere bevölkerungsreiche Bundesstaaten ab. "Damit könnte dies möglicherweise die kürzeste Vorwahlsaison werden, die es je gegeben hat", sagt Keller. In den Prognosen liegt momentan der linke Investorenschreck Bernie Sanders vorn.

Profis machen sich Sorgen
Fondsmanager betrachten die US-Wahl mittlerweile Umfragen zufolge als größte Bedrohung für die Märkte, noch vor einem Wiederaufflammen von Handelskriegen. "Zum aktuellen Zeitpunkt nehmen die Finanzmärkte ein marktfreundliches Wahlergebnis vorweg, einschließlich einer Wahrscheinlichkeit von 40 Prozent, dass der Status Quo weiterbesteht", sagt der Candriam-Stratege. Eine Detailanalyse zeige aber, dass die breite Masse der Anleger das Wahlrisiko derzeit womöglich deutlich unterschätzt. (fp)