Seit Beginn der Covid-19-Pandemie, seit alle Menschen Abstand halten müssen, sind technologische Lösungen für zwischenmenschliche Fragen wichtiger denn je. Die Krise hat den Fortschritt im Tech-Sektor noch einmal deutlich beschleunigt. Allerdings werden nicht alle Trends, die in den vergangenen Monaten durch die Decke gingen, das Ende der Pandemie überleben. Experten der Capital Group gehen davon aus, dass vor allem die Abo-Modelle, Streaming sowie technologische Lösungen im Dienstleistungssektor gekommen sind, um zu bleiben.

Abonnieren ist das neue Kaufen, vor allem im Bereich der Soft- und Hardware, meinen die Fondsexperten. Entwickler können durch Abo-Modelle zum einen Produkte entwerfen, die sich besser an die Bedürfnisse der Kunden anpassen lassen, zum anderen können sie dadurch verlässlich sprudelnde Einnahmequellen erschließen. Voraussetzung für moderne Abonnements ist in der Regel eine Cloud. "Ein dominanter Bereich im Cloud Computing ist Infrastructure-as-a-Service, der in erster Linie von Amazon, Microsoft und Google angeboten wird", sagt Capital-Group-Produktspezialist Brad Olalde. Ein zweiter wichtiger Bereich ist Software-as-a-Service, etwa von Adobe, Autodesk oder Shopify.

Gamer bleiben zu Hause und bestellen Pizza per App
Ein zweiter Trend, der sich auch über den Corona-technisch etwas entspannteren Sommer hinweg stabil gezeigt hat, ist die Digitalisierung der Unterhaltungsindustrie. Netflix hat allein in der ersten Jahreshälfte mehr als 26 Millionen neue Abonnenten gewonnen. Auch die Amazon-Plattform Twitch, auf der man E-Games live streamen kann, verzeichnet ein enormes Wachstum. "Daten des nach Umsatz größten Spieleanbieters Tencent zeigen, dass die Spielerzahlen nach Ende des harten Lockdowns wieder abnahmen, jedoch höher blieben als vor dem Ausbruch von Covid-19", sagt Capital-Group-Produktmanager Steven Sperry.

Das dritte Segment, in dem Technologien einen nachhaltigen Einfluss haben dürften, ist der Dienstleistungssektor. Als Beispiel nennen die Experten des Fondsanbieters den Pizzalieferanten Domino's, der früh auf App-basiertes Bestellen, Online-Tracking, Benutzerprofile und Voice Ordering gesetzt hat. "Das digitale Geschäft des Pizzabäckers ist schnell gewachsen und macht heute etwa 65 Prozent der Bestellungen aus", sagt Olalde. "Und dieser Trend zieht sich durch. Mittlerweile nutzen sogar traditionelle Fast-Food-Unternehmen wie McDonald's Lieferplattformen wie Ubereats." (fp)