Die Bewertungslücke zwischen dividendenstarken Aktien und Wachstumswerten wird immer größer, berichtet Winnie Kwan, Portfoliomanagerin bei der Capital Group. Im volatilen, durch den Handelskonflikt zwischen China und den USA geprägten Marktumfeld haben Dividendentitel klar die Nase vorn. "Dividendenorientiertes Investieren wird zu einem wichtigen Thema", sagt Kwan. Anleger sollten nach Unternehmen mit steigenden Ausschüttungen und hohen Dividendenrenditen suchen, rät die Expertin. Deren Aktien könnten den breiten Markt langfristig hinter sich lassen.

In Asien sieht die Fondsmanagerin besonders spannende Chancen für Dividendenjäger. Der Hintergrund: China ist in der Wertschöpfungskette aufgestiegen und hat die Fertigung weniger komplexer Bauteile und Module verlagert. "Südostasiatische Länder wie Vietnam und Kambodscha profitieren hiervon am stärksten", erklärt Kwan. Chinesen, die wegen des Handelskonflikts die USA verlassen und nach China zurückkehren, beschleunigen diesen Verlagerungsprozess noch – vor allem in der Biotechnologie-, Internet-, Mobilfunk- und der Halbleiterbranche.

Reformen für höhere Ausschüttungen
Auch in China und Japan sieht die Expertin der Capital Group viele dividendenstrake Firmen. Beide Länder haben Unternehmen mit Hilfe von Reformen dazu bewegt, Ausschüttungen anzuheben oder überhaupt erst zu leisten. Ziel ist eine bessere Corporate Governance. "Japanische Firmen achten jetzt wesentlich mehr auf die Aktionärserträge und den freien Cashflow", sagt Kwan. Strukturreformen tragen Früchte, die Ausschüttungen an Aktionäre steigen. "Ähnliche Entwicklungen sind auch in China zu beobachten", so Kwan. (fp)