Die Erholung der globalen Wirtschaft setze sich 2014 fort, sagt Didier Saint-Georges, Mitglied des Investmentkomitees der Fondsboutique Carmignac Gestion. In den USA sei das Wirtschaftswachstum robust und beschleunige sich weiter. Die weltgrößte Volkswirtschaft dürfte bald nicht mehr unter den Haushaltskürzungen leiden.

In der Eurozone setze sich aufgrund der schwachen Erholung der positive Trend fort. Das Wirtschaftswachstum dürfte aber im laufenden Jahr kaum mehr als ein Prozent betragen. Anpassungen in der Peripherie hätten Ungleichgewichte abgebaut, führten auf der anderen Seite zu deflationärem Druck. "Europa bleibt hochgradig abhängig von der globalen Erholung und von der Unterstützung durch die EZB", sagt Saint-Georges.

Schwellenländer-Prognosen durchwachsen
Für die Schwellenländer sei die anziehende Nachfrage in den USA eine gute Nachricht, eine mögliche Reduktion der Liquidität stehe dem jedoch entgegen. Folglich fielen die Wachstumsprogosen sehr unterschiedlich aus. Für China lägen sie etwa bei 6 bis 7 Prozent, für Indien bei 4,5 Prozent, für Brasilien bei 1,9 Prozent. Japan habe der Deflation ein Ende setzen können, der Aktienmarkt sollte von der wirtschaftlichen Erholung weiter profitieren. Die Wirtschaft dürfte die geplante Anhebung der Mehrwertsteuer im April 2014 verkraften.

Vor diesem Hintergrund sei Anfang 2014 ein übergewichtetes Aktienexposure gerechtfertigt. Gleichzeitig müsse das Risiko eines sprunghaften Zinsanstiegs aktiv verwaltet werden. Bei Carmignac stehe vor allem eine negative modifizierte Duration in US-Staatsanleihen sowie eine sehr selektive Auswahl der Unternehmens- und Staatsanleihen mit kurz- bis mittelfristigen Laufzeitn aus den europäischen Randstaaten im Fokus. Die Aktienposition sei sorgfältig aufgeteilt auf amerikanische und europäische zyklische Werte mit soliden Bilanzen, globale Wachstumswerte mit leicht prognostizierbarer Entwicklung, Schwellenländerwerte mit hoher Bonität, die kaum auf das Zinsrisiko reagieren, sowie japanische Werte, die von der wirtschaftlichen Renaissance des Landes profitieren. (mb)