In den vergangenen Jahren haben die Zentralbanken weltweit das Marktgeschehen entscheidend mitbestimmt, nachdem sie viele Zinsentscheidungen entgegen der Konjunkturentwicklung getroffen hatten. Nun dürfte sich die Lage beruhigen, prognostiziert Didier Saint-Georges, Mitglied des Investmentkomitees beim Vermögensverwalter Carmignac. Er erwartet, dass in diesem Jahr die Zentralbanken wieder so handeln, wie man es gemeinhin erwartet: also im Aufschwung die Zinsen erhöhen, und sie zur Abmilderung konjunktureller Einbrüche senken.

Für die Phase der weltweiten konjunkturellen Abkühlung, die jetzt ins Haus steht, heißt das: Saint-Georges geht davon aus, dass die Zinsen in den kommenden Monaten nicht mehr weiter steigen werden. Vielmehr sollten die Zentralbanken "auf sehr lange Sicht" zu einer lockeren Geldpolitik zurückkehren, um die schwächelnde Wirtschaft zu stimulieren. So ist beispielsweise der US-Notenbank Fed der bisherige Plan vom Tisch, die im vergangenen Jahr eingeleiteten Zinserhöhungen fortzusetzen. Die Fed hatte zuletzt vielmehr angedeutet, dass sie bis Ende des Jahres 2019 ihre Bilanz zurückgefahren haben wird. Die weitere Zinspolitik bleibt damit eine Frage des Konjunkturzyklus, folgert Saint-Georges.

Anleger profitieren von der Rückkehr zur Normalität
Für Investoren ist diese Rückkehr zur Normalität das eine gute Nachricht: "Vorbehaltlich möglicher externer Effekte dürften die Aktienmärkte in diesem Jahr nicht von größeren Trendwenden erschüttert werden", prognostiziert der Carmignac-Stratege: "Es sei denn, die erwartete Konjunkturabschwächung wandelt sich zu einer ausgewachsenen Rezession." (fp)