Anleger müssen auch im Jahr 2015 flexibel sein und sich gegebenenfalls nach unterschätzten Performancequellen umschauen – diese könnten zum Beispiel in Schwellenländern zu finden sein, heißt es bei der Fondsboutique Carmignac Gestion. Der Rhythmus des globalen Wirtschaftswachstums werde im Jahr 2015 weiterhin anfällig bleiben, sagt Didier Saint-Georges, Mitglied des Investmentkomitees bei Carmignac Gestion. Die mäßige Wachstumsdynamik sei vor allem auf die anhaltende Stagnation in Europa, die Konjunkturabkühlung in China sowie Enttäuschungen in Japan zurückzuführen. Entsprechend wichtig sei es für Anleger, sich im Jahr 2015 immer wieder als Risikomanager zu betätigen.

Die Schwellenländer stünden zwar seit fünf Jahren unter Druck, dennoch seien sie durchaus eine unterschätzte Anlageregion, meint Saint-Georges. Das gelte insbesondere für China, wo sich durch die Öffnung des Marktes schnell neue und diversifizierte Gelegenheiten ergeben könnten. Zu "unterschätzten Performancequellen" zählt Saint-Georges auch neue Technologiesektoren sowie gewisse, derzeit unbeachtete Segmente des Rohstoffsektors. 

Vertrauensverlust erweist sich als nachhaltiges Handicap für Europa
In Europa würden die Versuche, die Stagnation zu überwinden, durch eine tiefgreifende Störung der klassischen Marktregeln behindert, sagt der Investmentstratege. "Normalerweise hätten derart niedrige Zinsen und für den Bankensektor günstige Refinanzierungsbedingungen schon längst zu einer Erholung der Kreditvergabe, des Konsums und der Investitionstätigkeit geführt", so Saint-Georges. In Europa sei das bislang nicht der Fall – ein Indiz für mangelndes Vertrauen aller Wirtschaftsakteure. Für den europäischen Anleger könnte sich ein richtig positioniertes globales Management indes ebenfalls als bedeutende Performancequelle erweisen, sagt Saint-Georges: Nämlich im Fall einer Abwertung des Euro. (fp)