An den Aktienmärkten zeichnet sich eine Gipfelbildung ab: Während das Wachstum zwar stabil bleiben dürfte, hat die Dynamik einen deutlichen Dämpfer bekommen. Auch die Gewinnerwartungen scheinen auf einem vorläufigen Höhepunkt angekommen zu sein. Laut Johan Van Geeteruyen, Investmentchef beim Vermögensverwalter Degroof Petercam Asset Management (DPAM), ist vor allem im August und September mit einer Pause an den Finanzmärkten zu rechnen. Für Anleger seien diese Monate besonders schwierig, da "zunehmende Unsicherheit zu einem volatileren Marktverhalten führen wird", sagt Van Geeteruyen.

"Investoren müssen sich darauf einstellen, künftig kleinere Brötchen zu backen. Mittelfristig spricht trotzdem viel für ein Aktieninvestment", sagt der Experte. "Jeder Rücksetzer sollte als Kaufgelegenheit betrachtet werden", rät er. Bei DPAM sucht man vor allem nach Schnäppchen bei europäischen Titeln, bei denen die Experten derzeit mehr Potenzial sehen als bei US-Aktien. Europäische Aktien haben ein höheres Aufholpotenzial und sind sensibler gegenüber dem globalen industriellen Wachstum, sagt Van Geeteruyen. Anlegern rät er zudem, auf Value- und Dividenden-Titel sowie Small Caps zu setzen. Diese dürften in der kommenden Zeit von steigenden Anleiherenditen profitieren. Aktien mit anleiheähnlichem Charakter sollten Investoren dagegen meiden. 

Einkaufsmanagerindex dient als Orientierungshilfe 
Investoren sollte sich bei ihren Anlageentscheidungen am US-Einkaufsmanagerindex PMI orientieren. "Er ist der beste Gradmesser für die Wirtschaft, da er ein Frühindikator für das erwartete vierteljährliche Sozialprodukt ist", sagt Van Geeteruyen. Anleger sollten Aktien kaufen, wenn der PMI einen Tiefpunkt erreicht hat und von dort aus wieder steigt. Zuletzt war das im November vergangenen Jahres der Fall. Bei hohen PMI-Werten schneiden Aktien in der Regel besser ab als Anleihen. Derzeit deuten die Indexstände allerdings darauf hin, dass das weltweite Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal einen Höhepunkt erreichen wird. "Das Tempo, mit dem Aktien besser abschneiden, wird sich daher verringern", prognostiziert Van Geeteruyen. (fp)