China drängt Banken zum Treasury-Rückzug: Yuan auf Mehrjahreshoch
Der Yuan ist auf den höchsten Stand seit Mai 2023 gestiegen. Auslöser ist ein Bericht, wonach China Banken angewiesen haben soll, ihre Bestände an US-Staatsanleihen zu begrenzen. Das stärkt Spekulationen über eine strategische Neuausrichtung.
Der Yuan ist auf den stärksten Stand seit Mai 2023 gestiegen, nachdem China Berichten zufolge Banken aufgefordert haben soll, ihre Bestände an US-Staatsanleihen zu begrenzen. Jede Abkehr von US-Staatsschulden verstärkt einen globalen Trend zur Diversifizierung weg vom Dollar. Ein solcher Schritt könnte zudem die Rückführung von Kapital in chinesische Vermögenswerte beschleunigen und dem Yuan fundamentalen Rückenwind geben.
Sowohl der Onshore- als auch der Offshore-Yuan bauten ihre Gewinne am Dienstag (10.2.) aus und erreichten den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Die jüngste Bewegung verleiht der Währung zusätzlichen Schwung: Seit Ende September ist der Yuan mit einem Plus von rund drei Prozent bereits die drittstärkste Währung in Asien.
Dollar-Schwäche als Haupttreiber
Der Großteil der Yuan-Gewinne ist auf die Schwäche des Dollar zurückzuführen. Diese resultiert aus Unsicherheiten rund um die Fiskal- und Handelspolitik der Regierung von US-Präsident Donald Trump. Auch die höhere Toleranz der People’s Bank of China (PBOC) gegenüber einem stärkeren Yuan sowie ein kräftiger Zufluss von Kapital haben die Währung gestützt.
Am Montag (9.2.) erhielt der Yuan zusätzlichen Auftrieb, nachdem der Dollar so stark gefallen war wie seit zwei Wochen nicht mehr – begleitet von einem Anstieg des Yen und rohstoffnaher Währungen. Am Dienstagmorgen (10.2.) notierten in Hongkong sowohl der Onshore- als auch der Offshore-Yuan bei etwa 6,91 je Dollar.
China bremst Treasuries
Die Bewegungen folgten auf Aussagen von mit der Angelegenheit vertrauten Personen, wonach chinesische Behörden Banken dazu gedrängt hätten, Käufe von US-Staatsanleihen zu begrenzen. Institute mit hoher Exponierung seien angewiesen worden, ihre Positionen zu reduzieren. Konkrete Zielvorgaben zu Umfang oder Zeitpunkt seien nicht genannt worden. Die Anweisung betreffe nicht Chinas staatliche Bestände an US-Staatsanleihen.
"Die Warnung chinesischer Behörden an ihre Banken bezüglich Treasury-Beständen ist eine Art Botschaft, die vermutlich auch in Europa und Asien still die Runde macht. Das ist positiv für den Yuan, da globale Investoren in alternative Währungen diversifizieren", meint Mark Cranfield, Markets-Live-Stratege bei "Bloomberg".
Spekulationen über strukturellen Strategiewechsel
Der Bericht veranlasst einige Analysten zudem zu Prognosen über einen strukturellen Wandel in Chinas Währungsstrategie. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund von Präsident Xi Jinpings Ziel einer "starken Währung", das Anfang des Monats in einem staatlichen Medienbeitrag beschrieben wurde und das Vertrauen in den Yuan zusätzlich gestärkt hat.
"Die anhaltende Stärke des chinesischen Yuan scheint ein zentraler Faktor für breitere Dollar-Verkäufe zu sein, da die PBOC sich von einem stabilen Wechselkurs hin zu einer Politik bewegt, die einen stärkeren Yuan eher zulässt", sagte Chris Weston, Research-Chef bei der Pepperstone Group. "Zwar ist der Yuan fundamental günstig bewertet, doch ein trendstärkerer Yuan liefert Rückenwind für prozyklische Währungen und China-nahe Anlageklassen." (mb/Bloomberg)















