China: Eher Trab als Galopp im Jahr des Feuerpferdes
Der chinesische Aktienmarkt blieb dieses Jahr hinter den anderen Aktienmärkten zurück. James Cook von Federated Hermes rät Anlegern zu Geduld.
Im chinesischen Jahr des Feuerpferdes hat der Aktienmarkt im Reich der Mitte bislang eher enttäuscht. China blieb im gesamten Quartalsverlauf hinter regionalen Märkten wie Taiwan, Südkorea oder auch Japan zurück. James Cook, Investment Director Emerging Markets bei Federated Hermes, rät zu Geduld mit chinesischen Aktien.
Strukturelle Veränderungen am Aktienmarkt
Der Iran-Krieg und die Blockade der Straße von Hormus sind für Cook keine Erklärung für die jüngste Schwäche. Schließlich treffe der Ölpreisschock auch die anderen Staaten der Region und China nutze einen breiten Energiemix. Auch die Wirtschaft lieferte einen durchaus robusten Jahresauftakt.
Für Cook findet sich die Erklärung der unterdurchschnittlichen Performance Chinas eher in der veränderten Struktur des Aktienmarktes. "Klassische, fundamental orientierte Long-Only-Investoren prägen das Handelsvolumen heute deutlich weniger als in der Vergangenheit", so Cook. Das Marktgeschehen werde stattdessen zunehmend von Hedgefonds, Privatanlegern und Kapitalflüssen über den Investmentkanal Stock Connect dominiert. Er versteht die jüngste Underperformance daher weniger als Urteil über die langfristigen Aussichten des Landes, sondern vielmehr als Resultat von Liquiditätsströmen, Marktpositionierungen und kurzfristig orientierten Zeithorizonten.
Geduld wird belohnt – irgendwann
Sein Credo: In Märkten, die zunehmend durch kurzfristige Kapitalströme getrieben werden, müssten auf Fundamentaldaten ausgerichtete Investoren womöglich warten, würden dafür aber früher oder später belohnt. Cook: "China mag vielleicht nicht galoppieren, bewegt sich aber dennoch vorwärts; dieses stetige Tempo könnte sich als lohnender erweisen, als die aktuelle Marktlage vermuten lässt." (jh)




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