Peking setzt seinen Kreuzzug gegen den Bitcoin sowie andere ausländische Digitalwährungen fort und zeigt sich dabei wenig skrupulös. Nachdem kürzlich bereits mehr als tausend Menschen aus der Krypto-Szene verhaftet wurden, hat die chinesische Führung nun die Schließung von 26 Bitcoin-Minen in der südwestlichen Provinz Sichuan angeordnet. "Sie haben alles dichtgemacht", zitiert die Nachrichtenagentur AFP einen ehemaligen Bitcoin-Schürfer. Es war nicht der erste Fall dieser Art: In den vergangenen Monaten wurden auch in anderen Provinzen Rechenzentren geschlossen, in denen digitale Münzen erzeugt wurden, berichtet "Spiegel Online".

Nicht nur das Aus für wichtige Mining-Pools sorgt bei Krypto-Fans für blankes Entsetzen. Peking habe zudem die Zahlungsplattform Alipay sowie einheimische Banken angewiesen, keine Dienstleistungen mehr rund um den Handel mit Kryptowährungen anzubieten, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Die Geldhäuser sollen laut einer Ankündigung der chinesischen Zentralbank überdies die Zahlungskanäle der Kryptobörsen dichtmachen und alternative Handelsplätze schließen. Transaktionen mit Digitalwährungen störten "die normale ökonomische und finanzielle Ordnung", erklärte die People's Bank of China.

Krypto-Kurse sacken ab
Die Hiobsbotschaften aus der Volksrepublik haben den Kurs des Bitcoins weiter nachgeben lassen. Zwischenzeitlich sank er auf 31.735 US-Dollar, inzwischen steht er immerhin wieder bei 32.789 Dollar. Auch die zweitwichtigste Cyberwährung Ether leidet unter Pekings Anti-Krypto-Kurs. Sie ist seit Sonntag (20. Juni) von 2.239 Dollar auf 1.949 Dollar abgerutscht.

Offiziell macht sich China Sorgen um die Stabilität des Finanzsystems. Zudem könnte der hohe Stromverbrauch beim Krypto-Mining die Umweltziele der Volksrepublik gefährden. In Sichuan wird allerdings viel Strom mit Wasserkraft erzeugt, das Umwelt-Argument ist also womöglich zumindest teilweise vorgeschoben. "Spiegel Online" mutmaßt unter Berufung auf ungenannte Analysten, dass Peking Finanzströme eindämmen will, die sich der Kontrolle des Staates entziehen. Aus diesem Grund arbeitet die chinesische Regierung auch an einer eigenen Kryptowährung, die unter der Kontrolle der Zentralbank stehen soll. (fp)