Schwellenländer entwickeln sich zu einem der herausragenden Handelsgeschäfte dieses Jahres. Die weltweit größten Vermögensverwalter, die mehr als 20 Billionen US-Dollar an Vermögen verwalten, kaufen Aktien aus Schwellenländern sowie Anleihen und Kredite in lokaler Währung. Sie setzen darauf, dass ein starkes globales Wirtschaftswachstum und ein schwächerer Dollar diesen Märkten zugutekommen werden, so Analysten der Citigroup nach Auswertung der veröffentlichten Prognosen der Fonds.

Industrieländer unter Druck
Diese Verlagerung spiegelt auch die schwierigere Lage in einigen Industrieländern wider, wo politische Unsicherheiten und fiskalische Bedenken die Stimmung belasten. Die Anleiherenditen in den USA, Japan und Deutschland sind gestiegen. Der MSCI Emerging Markets Aktienindex notiert auf Rekordniveau, während auch das Handelsvolumen der entsprechenden börsengehandelten Fonds zugenommen hat.

Laut Citi haben Fondsmanager ihre Long-Positionen in Aktien aus Asien, Lateinamerika sowie Europa, dem Nahen Osten und Afrika ausgebaut. EM-Anleihen stellen ihre wichtigste Durationsentscheidung dar – im Gegensatz zu Short-Positionen in US-Staatsanleihen und ausgewählten europäischen Anleihen. Im Kreditbereich weisen EM-Anleihen die größte Übergewichtung auf, während US-Investment-Grade-Anleihen weiterhin häufig untergewichtet sind, so die Bank.

Rekorde trotz KI-Sorgen
Auch wenn die globalen Märkte diese Woche durch Befürchtungen aufgerüttelt wurden, dass künstliche Intelligenz (KI) große Teile der Wirtschaft erschüttern könnte, entwickelten sich EM-Anlagen weiter positiv. Der MSCI EM Index stieg am Donnerstag (26.2.) um bis zu 0,7 Prozent auf ein neues Rekordhoch, getragen von einer Rally asiatischer Technologieaktien und einem schwächeren Dollar.

Ein "Bloomberg"-Index für Staatsanleihen aus Schwellenländern in lokaler Währung erzielte in diesem Jahr bislang eine Rendite von 2,2 Prozent, nachdem er im Vorjahr mit 8,5 Prozent die beste Jahresperformance seit 2017 erreicht hatte.

Gold als Stabilitätsanker
Gold blieb laut Citi ebenfalls eine Quelle der Stabilität. Fondsmanager haben während der jüngsten Rally ihre Positionen in Edelmetallen aufgestockt und verweisen dabei auf die starke Nachfrage der Zentralbanken sowie die schwächeren Aussichten für den Dollar.

"Es gibt keine Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich der Long-Positionen in Gold und der Short-Positionen im USD", so die Bank. (mb/Bloomberg)