Am vergangenen Donnerstag haben die Opec-Mitglieder und andere Ölförderländer unter Federführung Russlands die bestehenden Öl-Produktionskürzungen um neun Monate verlängert. Demnach wollen die Ölförderstaaten 1,8 Millionen Fässer weniger schwarzes Gold pumpen als im vergangenen Jahr. Das entspricht zwei Prozent der weltweiten Produktion.

Dass an dem Treffen auch Förderländer teilgenommen haben, die nicht der Opec angehören, soll Einheit unter den Produktionsländern symbolisieren, sagt David Donora, Leiter des Rohstoffbereiches bei Columbia Threadneedle Investments. Außerdem verdeutliche die Verlängerung, die den Zeitraum der Produktionskürzungen nun bis nach der russischen Präsidentschaftswahl im März 2018 ausweitet, das Interesse von Russlands Präsident Wladimir Putin, die Preise im Vorfeld der Wahl zu unterstützen.

Keine Überraschungen
Am Montag ist der Ölpreis trotzdem um fast fünf Prozent gefallen. "Die Entscheidung war von den Märkten im Vorfeld weitestgehend eingepreist worden", erklärt Donora. "Die Rohölbestände sind bereits in den vergangenen Wochen allmählich gesunken. Diese Entwicklung sollte nun Fahrt aufnehmen, weil in den Raffinerien weltweit die Turnaround-Saison beginnt. Die Ankündigung der Opec stützt unsere Annahme, dass die Ölpreise weiter steigen werden und dass die Preiskurve am Terminmarkt invers werden dürfte, weil der Sommer bevorsteht."

Der Fondsanbieter gewichtet gewichtet in seinen Portfolios auf Öl basierende Energiewerte weiterhin über, unter anderem durch Positionen in US-Benzin. "Wir gehen zudem davon aus, dass Öl der Sorte Brent in der zweiten Jahreshälfte, wenn die Märkte wieder ausgeglichen sind, höher gehandelt wird als heute", sagt Donora. (fp)