Der US-Aktienmarkt könnte im Jahr 2019 attraktive Gewinnchancen bieten – das erwarten zumindest die Experten der Fondsgesellschaft Columbia Threadneedle Investments. Sie prophezeien ein Wirtschaftswachstum über dem Trend, eine moderate Inflation und ein solides Gewinnwachstum von 8 bis 10 Prozent. Der aktuelle Aufschwung sei zwar einer der längsten der Geschichte, aber auch der langsamste. Dieser Umstand dürfte dafür sorgen, dass sich der Konjunkturzyklus verlängert. "Wir sehen noch keine Anzeichen für eine Konjunkturverschlechterung", sagt Nadia Grant, Leiterin für US-Aktien bei Columbia Threadneedle. 

Insbesondere Titel von US-Unternehmen mit zuletzt besseren Fundamentaldaten und attraktiven Bewertungen könnten nach Grants Meinung ordentlich Gewinne einfahren. Dazu gehören beispielsweise die Titel von Unternehmen, die auf künstliche Intelligenz oder Cloud-Computing setzen. Außerdem favorisiert Grant weiterhin Bankenaktien. Denn die Kreditinstitute erwirtschafteten höhere Renditen auf das eingesetzte Kapital. Aktionäre könnten von der Deregulierung, der starken Konjunktur und dem operativen Hebel profitieren, sagt sie. 

Anhaltender Handelsstreit ist keine Gefahr
Entwarnung gibt Grant in Sachen Handelsstreit zwischen den USA und China. Zwar deutet einiges darauf hin, dass die Handelsspannungen zunächst zunehmen könnten, bevor sich die Lage verbessert. Doch die Situation nach den G20-Gesprächen hat sich aus Sicht der Columbia-Threadneedle-Expertin verbessert. Die Chinesen hätten bei einigen Themen Kompromissbereitschaft signalisiert, wie beim geistigen Eigentum oder in der Landwirtschaft. Die Zölle der USA seien vermutlich nur vorübergehender Natur. Grant glaubt nicht, dass das Worst-Case-Szenario eintritt. (fp)