Seit Jahren klettern die Preise für Häuser und Wohnungen in deutschen Metropolen höher und höher. Allein 2019 haben sich Wohnimmobilien um rund fünf Prozent verteuert. Nun reiht sich auch die Commerzbank in die Riege derjenigen ein, die vor dem Platzen einer Blase warnen – nicht nur in Deutschland. In zwei Drittel der europäischen Länder seien die Preise für Wohnraum noch stärker gestiegen als in Deutschland, schreibt Analyst Marco Wagner in seinem Bericht, aus dem die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) zitiert.

Am stärksten sei der "Hype" in Ungarn. Dort hätten die Häuserpreise zuletzt um 15 Prozent im Jahr angezogen, schreibt Wagner. In Portugal, Luxemburg, Tschechien und Kroatien seien die Preise um neun Prozent gestiegen. Dabei hält Wagner schon die Preise hierzulande für überzogen. "Unseren Modellen zufolge dürften die Preise deutschlandweit etwa 15 Prozent über dem liegen, was wir fundamental für gerechtfertigt halten", sagte Wagner der FAZ.

Kein Ende in Sicht
Die Situation auf Europas Immobilienmärkten erinnert den Experten an die Zeit kurz vor der Lehman-Pleite. Auch damals gab es streckenweise in allen europäischen Ländern deutliche Preissteigerungen, ehe der Markt in sich zusammenbrach. Der Boom dürfte sich allerdings noch eine Weile fortsetzen. Der Haupttreiber ist nämlich laut Wagner die jahrelange ultraexpansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank – und diese dürfte die Notenbank bis auf Weiteres fortführen. (fp)