Führende Immobilienmakler wie JLL, CBRE und Savills haben Zahlen zum deutschen Immobilienmarkt fürs erste Halbjahr und zweite Quartal dieses Jahres vorgelegt. Im zweiten Quartal sind die Folgen des Lockdowns auch in der Immobilienwirtschaft angekommen. Nach einem historisch starken ersten Quartal sind Transaktionen auf dem deutschen Immobilienmarkt stark zurückgegangen und das Investitionsvolumen hat sich gegenüber den ersten drei Monaten des Jahres etwa halbiert.

JLL summiert das im ersten Halbjahr transferierte Investitionsvolumen auf rund 42,5 Milliarden Euro, das ist fast ein Drittel mehr als im ersten Halbjahr 2019. Das zweite Quartal hat aber nur mit rund 15 Milliarden Euro dazu beigetragen, ein "Beleg dafür, dass die Corona-Pandemie und deren Folgen auch den Investmentmarkt erreicht hat", sagt Helge Scheunemann, der das Research bei JLL leitet. Für das Gesamtjahr 2020 rechnet er mit einem Volumen von rund 70 Milliarden Euro, das wäre ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr um rund ein Viertel.

 

 

"Keine Apokalypse am deutschen Immobilieninvestmentmarkt"
CBRE relativiert den Einbruch im zweiten Quartal ein wenig: Angesichts der dramatischen gesellschaftlichen und konjunkturellen Verwerfungen sowie der eingeschränkten Handlungsspielräume in Folge von Covid-19 sei das von CBRE ermittelte Transaktionsvolumen in Höhe von 14 Milliarden Euro im zweiten Quartal immer noch ein gutes Ergebnis, das das große Vertrauen der Investoren in den deutschen Immobilienmarkt hervorhebe. Zum Vergleich zieht CBRE das Transaktionsvolumen des Gesamtjahres 2009 heran: Es betrug knapp 10,5 Milliarden Euro. "Keine Apokalypse am deutschen Immobilieninvestmentmarkt", fasst Fabian Klein, Head of Investment bei CBRE, das zurückliegende "Covid-19-Quartal" zusammen.

 

"Bislang kaum mehr als eine Delle", pflichtet auch Matthias Pink bei, der beim Maklerunternehmen Savills das Research leitet. Bereits im Juni habe die Investmentaktivität wieder deutlich angezogen. Man müsse jedoch berücksichtigen, dass die Marktzahlen aufgrund ihrer zeitlichen Verzögerung gegenüber dem tatsächlichen Marktgeschehen noch nicht das ganze Ausmaß der Krise widerspiegeln, "hier dürfte die Talsohle noch vor uns liegen." (tw)