Experten haben lange Zeit umsonst gepredigt, dass das Geld-Horten sich nicht mehr lohnt – ein Großteil der Deutschen blieb Aktien gegenüber skeptisch und dem Sparbuch trotz Nullzinsen treu. Im Coronajahr hat sich das nun geändert. Immer mehr – vor allem junge – Menschen haben sich nun Anteilscheine ins Depot geholt. Das zeigt eine Umfrage der Investment-Plattform eToro. Dort gaben 51 Prozent der 39-Jährigen an, im vergangenen Jahr mit dem Investieren begonnen zu haben. Besonders beliebt waren in der jungen Altersgruppen ETFs, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ).

Experten begründen das Umdenken mit der Krisensituation selbst. "Die Anleger in Deutschland sind durch die Krise digitaler, vernetzter und risikobereiter geworden", zitiert die Tageszeitung Daniel Wild, Gründer der Beteiligungsgesellschaft Mountain Alliance. Das Aufkommen vieler neuer Apps erleichtere Neuanlegern den Einstieg. Nahezu 70 Prozent der Neu-Aktionäre haben über eine App angelegt, zeigt die eToro-Umfrage. Wer breit gestreut hatte, konnte im vergangenen Jahr von den steigenden Kursen profitieren – und somit gleich zu Beginn eine positive Erfahrung mitnehmen.

Austausch in sozialen Medien
In den sozialen Netzwerken ist Geldanlage seit vergangenem Jahr ebenfalls ein heißes Thema. Viele Menschen wollen ihre ersten Börsen-Erfahrungen mit anderen teilen. Allerdings birgt das auch das Risiko, sich ausschließlich auf die Empfehlungen anderer im Netz zu verlassen. "Ich sehe es als gefährlichen Trend, dass viele jüngere Menschen beraterlos sind", zitiert die FAZ Saskia Drewicke vom Finanzenpodcast "Sparheldin". Experten raten Neuanlegern deshalb, sich professionell beraten zu lassen und Brokern, Banken und Finanzberatern, sie ausreichend zu informieren. (fp)