Die Angst vor dem Coronavirus hat die Märkte fest im Griff. Die Aktienkurse haben in vielen Regionen nachgegeben, dabei dürften sich die Auswirkungen des Virus auf die globalen Lieferketten erst in den kommenden Wochen richtig bemerkbar machen. Die Epidemie wird in allen Branchen zu spüren sein, sagt Andrew Jackson, Leiter des Anleihebereichs beim Fondsanbieter Federated Hermes. Mit Blick auf die Anlageklassen sieht er allerdings einen Kandidaten, der von der Epidemie weitgehend verschont bleibt: den Markt für Unternehmensanleihen.

Zinspapiere von Unternehmen federn die Corona-Turbulenzen zumindest auf kurze Sicht besser ab als Aktien, berichtet Jackson. "Das beweist die Widerstandsfähigkeit der Anlageklasse und steigert ihre Attraktivität für aktive Anleger, die Verwerfungen gezielt nutzen möchten", sagt er. Die Epidemie könnte in den nächsten Wochen zu weiteren Rücksetzern an den Märkten führen. Über die Schwere des Virus ist nämlich noch immer wenig bekannt, und die globale Wirtschaft ist, obzwar auf dem Weg der Besserung, anfällig für externe Schocks, warnt der Anlageprofi.

Auto- und Technologiesektor bekommen Probleme
Betrachtet man einzelne Branchen, dürfte die Autoindustrie besonders stark unter dem Coronavirus leiden. Der Sektor ist ohnehin angeschlagen. China ist der größte Automarkt der Welt – die Produktionsstopps in Wuhan werden deutlich zu spüren sein, sagt Jackson. Auch im Technologiesektor werden sich Aufträge verzögern und die Umsätze zurückgehen. "Wuhan beheimatet eine Reihe großer Halbleiterfabriken und ist zudem wichtiger Verkehrsknotenpunkt für die Lieferung dieser Produkte. Daher stellt die Schließung dieser Fabriken eine Bedrohung für den Technologiesektor dar", erklärt der Experte. (fp)