Die Corona-Epidemie könnte Deutschland in eine Rezession schicken, warnt die Deutsche Bank. Bereits im vierten Quartal 2019 ist das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) wahrscheinlich leicht gesunken, schätzt das Institut laut einem Bericht der Nachrichtenagentur "Bloomberg". Die Auswirkungen des Coronavirus dürften die Konjunktur weiter bremsen. Schrumpft die Wirtschaft zwei Quartale in Folge, spricht man von einer technischen Rezession.

Deutschlands BIP-Zahlen für das vergangene Quartal werden am Freitag (14. Februar) veröffentlicht. Im Median rechnen Analysten mit einem Mini-Wachstum von 0,1 Prozent. Immerhin 30 Prozent der Befragten gehen indes davon aus, dass das BIP geschrumpft ist. Fest steht: Das Coronavirus kommt zur Unzeit. Die Probleme der Autoindustrie und die Spannungen im Welthandel haben Spuren in der deutschen Wirtschaft hinterlassen. Nun kommt noch die konjunkturelle Belastung durch die Epidemie hinzu.

Massive Kurzfrist-Schäden sind möglich
Deutsche-Bank-Ökonom Stefan Schneider schätzt, dass die Corona-Epidemie Deutschlands BIP im ersten Quartal des laufenden Jahres um 0,2 Prozentpunkte drückt. Der aktuelle Konsens ist ein anderer: Demnach soll die deutsche Wirtschaft in den ersten drei Monaten dieses Jahres eigentlich um 0,2 Prozent wachsen. 

Inzwischen mehren sich allerdings die Anzeichen, dass das Virus zumindest auf kurze Sicht massive wirtschaftliche Schäden anrichten könnte. So hat die Opec jüngst ihre Prognose für die globale Öl-Nachfrage gesenkt. Philip Lane, Chefökonom der Europäischen Zentralbank, erklärte vor wenigen Tagen, dass "ein ziemlich ernster kurzfristiger Schlag" für die Wirtschaft möglich sei. (fp)