Die seit Jahresbeginn herrschende Marktpanik dürfte demnächst wieder nachlassen, sagt Bo Bejstrup Christensen, Chefanalyst beim Fondsanbieter Danske Invest. Generell seien die aktuellen Sorgen der Anleger rund um den niedrigen Ölpreis und die wirtschaftliche Schwäche Chinas zwar berechtigt. "Gleichzeitig sind die Ursachen für die Sorgen – darunter insbesondere die niedrigen Ölpreise – gute Nachrichten für die meisten Verbraucher und Unternehmen in Europa und den USA", so Christensen.

Die Skepsis gegenüber dem globalen Bankensektor sei überzogen." Banken können Verluste heute besser verkraften, da sie ihre Kernkapitalquote deutlich erhöhen mussten, mehr liquide Vermögenswerte besitzen und die Transparenz besser ist. Deshalb können die Banken die bevorstehenden Verluste wegstecken, ohne die Kreditvergabe in anderen Sektoren ernsthaft zurückzufahren", sagt Christensen. "Und auch wenn wir glauben, dass China mit den Nachwirkungen des großen Baubooms zu kämpfen hat, wird das Bankensystem durch die ausreichende Liquidität der Zentralbanken und ein gesperrtes Kapitalkonto abgesichert." Letzteres bedeute, dass Unternehmen und Verbrauchern der Kapitaltransfer ins Ausland und damit die Destabilisierung des Bankensystems erschwert werden.

Bei Danske Invest habe man die Turbulenzen genutzt, um das Engagement in Aktien weiter auszubauen, nachdem die Kurse im Sommer 2015 noch Anlass zur Reduzierung gegeben hatten. "Wir erwarten nicht, dass sich die Sorgen morgen in Luft aufgelöst haben. Aber die aktuell übertriebene Panik werde nachlassen, sobald die Wirtschaftsdaten ein anhaltendes Wachstum in den USA, Europa und China bestätigen", erwartet Christensen. Zusätzliche Lockerungsmaßnahmen seitens der Europäischen Zentralbank (EZB) im März würden ebenfalls helfen. "Sollten sich unsere Ansichten bewahrheiten, werden die Märkte zur Ruhe kommen und die Aktienkurse wieder steigen", schließt der Analyst. (fp)