Die Angst vor steigenden Zinsen hat in den vergangenen Monaten die Aktienmärkte zum Schwanken gebracht. Eine logische Reaktion war das nicht, sagt Tine Choi, Chefstrategin bei Danske Invest. In der Vergangenheit gingen steigende Zinsen zwar oft mit fallenden Aktienkursen einher. Diese Korrelation war aber längst nicht immer zu beobachten. So folgten in den vergangenen zwei Jahrzehnten auf hohe Zinsen im Allgemeinen auch höhere Aktienbewertungen. Grund: Die Zinsen stiegen wegen besserer wirtschaftlicher Rahmenbedingungen. Diese kamen auch den Aktienmärkten zugute.

Choi weist darauf hin, dass nicht so sehr das Ausmaß der Zinsanhebungen über Wohl und Wehe der Aktienmärkte entscheidet, sondern das Tempo. Zu schnell steigende Zinsen können die Märkte belasten, vor allem, wenn zugleich auch die Inflation anzieht. "Im aktuellen Zinsumfeld mit einem robusten Wirtschaftswachstum sollte es aber noch Spielraum geben, dass die Zinsen weiterhin aus den richtigen Gründen steigen können, nämlich aufgrund besserer konjunktureller Bedingungen", sagt Choi. Das würde die Aktienkurse unterstützen.

Klares Übergewicht
Die Strategin geht davon aus, dass die Zinsen in den kommenden zwölf Monaten sowohl in den USA als auch in Europa nur langsam steigen werden, bei weiterhin robustem Wirtschaftswachstum. "Die historischen Zusammenhänge zwischen Zinsen und Aktienkursen sind natürlich keine Garantie für künftige Entwicklungen", schränkt sie ein. "Aber unserer Meinung nach gibt es zahlreiche Gründe, im aktuellen Zinsumfeld optimistisch für Aktien zu bleiben." Danske Invest hat Aktien deshalb weiterhin übergewichtet, Anleihen entsprechend untergewichtet. (fp)