"Das ist die beste Option": So kommentieren Experten die EZB-Sitzung
Die Europäische Zentralbank hat die Leitzinsen am Donnerstag nicht angetastet. Wie bewerten Experten die Ausführungen der Währungshüter? Und was erwarten sie nun von der Geldpolitik in den kommenden Monaten? FONDS professionell ONLINE hat die wichtigsten Stimmen für Sie zusammengestellt.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Leitzinsen zum sechsten Mal in Folge unverändert gelassen. Die Währungshüter warten ab, wie stark sich der Iran-Krieg auf Inflation und Konjunktur auswirkt. Der Einlagesatz blieb am Donnerstag (19.3.) bei 2,0 Prozent, so wie von allen von "Bloomberg" zuvor befragten Analysten erwartet.
Unsicherere Aussichten
Die Notenbank bekräftigte, die weitere Geldpolitik auf Basis eingehender Daten festzulegen. Gleichzeitig verschärfte sie den Ton hinsichtlich der Risiken für den Euroraum. "Der Krieg im Nahen Osten hat zu deutlich unsichereren Aussichten geführt. Er hat Aufwärtsrisiken für die Inflation und Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum zur Folge", erklärte die EZB.
"Durch höhere Energiepreise wird sich der Krieg auf kurze Frist erheblich auf die Inflation auswirken. Die mittelfristigen Auswirkungen werden sowohl von der Intensität und der Dauer des Konflikts als auch davon abhängen, wie die Energiepreise auf die Verbraucherpreise durchschlagen und die Wirtschaft beeinträchtigen", so die Notenbank weiter.
Aktualisierte Projektionen
Die neue vierteljährliche Prognose signalisiert eine schnellere Inflation und schwächeres Wachstum. Im Basisszenario erwartet der EZB-Stab eine Gesamtinflation von durchschnittlich 2,6 Prozent für 2026 sowie 2,0 Prozent für 2027 und 2,1 Prozent für 2028. Die Inflationsschätzungen wurden gegenüber den Projektionen vom Dezember, insbesondere für 2026, nach oben revidiert. Ursächlich dafür ist, dass die Energiepreise wegen des Krieges im Nahen Osten höher sein werden.
Die neuen Projektionen der EZB-Fachleute enthalten Informationen bis zum 11. März. Ihre Aussagekraft ist damit angesichts der Dynamik des Iran-Kriegs und der Krise in Nahost begrenzt.
Szenarioanalyse der EZB
"Der Stab sieht den privaten Konsum weiterhin als wichtigsten Wachstumstreiber auf mittlere Sicht. Auch die Investitionen dürften zunehmen, da Regierungen mehr für Verteidigung und Infrastruktur ausgeben und Unternehmen verstärkt in neue digitale Technologien investieren", sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde bei der Pressekonferenz im Anschluss an die Sitzung.
Zugleich belaste der Krieg im Nahen Osten die Rohstoffmärkte und drücke auf reale Einkommen sowie das Vertrauen. "Dies hat zu einer Abwärtsrevision von Konsum und Investitionen in den Basisszenarien des Stabs geführt, insbesondere für 2026", so Lagarde. "Die Auswirkungen wären in alternativen Szenarien mit einem schwereren und länger anhaltenden Energieschock noch ausgeprägter."
Die Szenarioanalyse der EZB deutet darauf hin, dass eine länger anhaltende Störung der Öl- und Gaslieferungen zur Folge hätte, dass "die Inflation über und das Wachstum unter dem Basisszenario der Projektionen liegt", so die Notenbank in ihrer Mitteilung.
Ausgewählte Kommentare
Wie blicken Ökonomen und Anlagestrategen auf die Ergebnisse der Zinssitzung? FONDS professionell ONLINE hat die wichtigsten Aussagen aus ausgewählten Kommentaren in der Bildergalerie oben für Sie zusammengetragen. Einfach durchklicken! (Bloomberg/ohm)















