Die Helaba blickt zuversichtlich auf die nächsten zwölf Börsenmonate: Den amerikanischen Leitindex Dow Jones sieht sie Mitte 2020 bei 27.300 Punkten stehen. "Wir sind deutlich optimistischer für das Kursziel in Europa und Deutschland", zitiert die FAZ Markus Reinwand, Aktienmarktstratege bei der Helaba. Reinwand hatte sich anlässlich der Pressekonferenz des Bundesverbands Öffentlicher Banken (VÖB) zum Ausblick auf die Aktienmärkte geäußert.

Der Helaba-Fachmann nennt als Grund für seinen Optimismus die veränderte Geldpolitik. Den deutschen Leitindex Dax sieht er in einem Jahr bei 13.500 Punkten stehen. Eine Rezession erwartet er dagegen nicht, auch wenn er bemerkt, dass er sich nicht daran erinnern könne, wann jemals eine Rezession frühzeitig prognostiziert wurde. Zudem nimmt der Banker die jüngsten Zollerhöhungs-Drohungen gegen China nicht allzu ernst: "Man sollte nicht in Panik verfallen." Auch Amerika habe schließlich kein Interesse an einer weiteren Eskalation.

Ausblick nicht durchweg positiv
Der Ausblick der Deka Bank gestaltet sich im Vergleich dazu neutral: Joachim Schallmayer, Kapitalmarktstratege der Deka Bank, rechnet zwar mit einem Anstieg der Volatilität. Angesichts der Drohungen von Trump solle man aber nicht in Pessimismus verfallen. Er erwartet ein weniger ertragreiches Aktienmarktumfeld im nächsten Jahr und schätzt den Dax bis Mai 2020 auf 12.500 Punkte, den Dow Jones auf 25.300 Zähler.

Defensiver gestaltet sich dagegen die Prognose der Nord LB. Den Kapitalmärkten stehe durchaus ein spannendes Umfeld bevor, so gebe es auch weiterhin geopolitische Risiken, meint Stratege Volker Sack, der den Dax per Mai 2020 auf 11.900 und den Dow auf 26.500 Punkte tippt. Nicht nur die Türkei sei noch ein Thema, sondern auch der Konflikt zwischen Iran und Amerika mit möglichen Auswirkungen auf den Ölpreis. Auch das Brexit-Thema sei noch lange nicht gelöst. Zudem habe es allein im vergangenen Jahr eine Reihe von Gewinnrevisionen gegeben. (fp)