In den ersten beiden Novemberwochen 2020 schoss der deutsche Leitindex Dax durch alle Widerstände hindurch annähernd 2.000 Punkte nach oben. Zwar finden sich einige Gründe, die diesen Verlauf erklären – Donald Trump wird schließlich nicht alle Tage als US-Präsident abgewählt. Trotzdem geraten Marktbeobachter angesichts dieser Kursexplosion ins Grübeln. Investoren müssen mit einem harten Winter gerechnet haben und die Stimmung also "verboten schlecht" gewesen sein. "Sonst wäre diese Rally kaum möglich gewesen", schreibt Wieland Staud, technischer Analyst und Geschäftsführer der Staud Research GmbH, in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). 

Die Luft nach oben ist aus Sicht von Staud erstmal raus. "Sollte sich der Dax nun noch ein paar Wochen Pause gönnen und dabei sein Niveau unterm Strich kaum verändern, wäre das vor allem eines: völlig normal", schreibt der Analyst.

November-Rally als Gamechanger
Die Auferstehung aus den Ruinen des Oktobers hat aber noch eine andere, sehr viel weiter reichende Konsequenz: Erstmals überhaupt ist es denkbar, dass alles wieder gut wird. "Alles, was der Dax seit Mitte März gezeigt hatte, war zwar bis Anfang Juni leuchtend und schillernd und danach zumindest nicht schlimm, hatte aber immer einen großen Makel: Selbst beim besten Willen musste man dem Geschehen immer das Label 'Bear Market Rally' anheften", so Staud. Genau das sei jetzt anders: Ab sofort könnte sich der Dax wieder in einem langfristig angelegten Aufwärtstrend befinden. "Diese November-Rally könnte wirklich alles geändert haben", schreibt der Experte. (fp)